Mittwoch, 28. Januar 2009
"Bad Bank" und Fed: Auftrieb für US-Börsen
Alleine kommen die US-Börsen zurzeit nicht in Schwung - aber Washington hilft gerne. Die Regierung will den Banken ihre Schrott-Anlagen abnehmen; die Fed signalisiert den Kauf von Staatsanleihen und will die Zinsen langfristig bei null Prozent lassen. Das reichte aus, um die Indizes in New York ein weiteres Mal klettern zu lassen - es ist bisher die längste Rallye des Jahres.
Der Dow-Jones-Index verbesserte sich am Mittwoch um 200 Zähler oder 2,5 Prozent auf 8375 Punkte, während der marktbreite S&P-500-Index um 28 Zähler oder 3,3 Prozent auf 874 Punkte zulegte. Die Hightech-orientierte Nasdaq ging mit einem Plus von 53 Zählern oder 3,5 Prozent bei einem Stand von 1558 Punkten aus dem Handel.
Die Notenbank hat eine zweitägige Sitzung zu Ende gebracht. Da auf dem aktuellen Zinsniveau von null Prozent eine weitere Senkung des Leitsatzes nicht möglich war, konzentrierte sich die Wall Street ganz auf den Ausblick der Fed. Die rechnet nach wie vor mit einer Erholung der US-Konjunktur im zweiten Halbjahr, stellt aber auch fest, dass sich die Situation seit der Dezembersitzung noch verschlechtert hat.
Die Fed zeigt sich zudem bereit, Staatsanleihen zu kaufen, um die Märkte zu stärken. Man könne dies tun, wenn es dem Markt helfe, so der Offenmarktausschuss. Doch ist genau das umstritten: Große Investitionen der Fed in Staatsanleihen könnten die Renditen drücken und das Interesse ausländischer Investoren an US-Papieren mindern.
An gänzlich uninteressanten Papieren macht sich die Regierung zu schaffen. Präsident Obama will bis zu 1 Billion Dollar aufwenden, um den Banken ihre Schrott-Anlagen abzunehmen, die dann von der staatlichen Einlagensicherung FDIC verwaltet werden. Eine so genannte "Bad Bank" würde die Geschäftsbanken auf einen Schlag von ihren Sorgen befreien - entsprechend legen die Aktien zu: Citigroup war mit einem Plus von 15 Prozent der größte Dow-Gewinner, gefolgt von Bank of America und JP Morgan Chase sowie dem Kreditkartenriesen American Express.
Die Aktie von General Electric verbesserte sich um 3 Prozent, obwohl die Analysten von Moody's mit einer Abstufung der Kreditwürdigkeit drohen. Das würde vor allem den Finanzarm GE Financial unter Druck setzen, der allerdings indirekt wiederum von der "Bad Bank" profitieren würde - darauf konzentrierten sich die Anleger.
Auf Unternehmensseite standen ferner Quartalszahlen im Vordergrund. Der Flugzeugbauer Boeing ist im vierten Quartal in die Verlustzone gerutscht und verbucht ein Minus von 56 Millionen Dollar, was unter anderem auf einen Streik zurückzuführen ist. Dass der Streik vorbei ist, lässt Anleger an bessere Zahlen im laufenden Vierteljahr glauben: Die Aktie verlor 1 Prozent.
Der Dow-notierte Telekomriese AT&T verbucht einen Gewinneinbruch um 23 Prozent und liegt damit für das vierte Quartal knapp unter den Erwartungen der Analysten. Die Aktie schloss mit einem leichten Minus von 0,4 Prozent.
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