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Dax-VorschauBlick auf die Sorgenkinder

08.01.2011, 13:01 Uhr

Die deutschen Börsianer beobachten weiter mit Argusaugen die Konjunkturentwicklung in den USA. Dort beginnt in der kommenden Woche die Berichtssaison. Auch die europäische Schuldenkrise wird die Aktienmärkte nach wie vor beschäftigen.

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(Foto: REUTERS)

Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA und der Finanzbedarf

der Euro-Krisenstaaten dürften die Anleger am deutschen Aktienmarkt in der neuen

Woche auf Trab halten. Ob sich der Dax nachhaltig jenseits der 7000-Punkte-Marke

etablieren kann, hängt Börsianern zufolge maßgeblich von der Erholung der US-Wirtschaft

ab.

Vor allem der Auftakt der US-Bilanzsaison und die am

Freitag anstehenden Einzelhandelsumsätze für Dezember dürften daher genau unter

die Lupe genommen werden. "Bei einem robustem Konsum könnte sich die Hoffnung

auf eine starke US-Wirtschaftserholung verfestigen", sagte NordLB-Aktienstratege

Tobias Basse.

Sorgen bereitet vielen Investoren weiterhin die europäische Schuldenkrise: Am Mittwoch wollen

es die Portugiesen wissen, die als erstes der südeuropäischen Sorgenkinder der Euro-Zone

in diesem Jahr die Kapitalmärkte mit längerlaufenden Anleihen anzapfen. Bis zu 1,25

Milliarden Euro wollen sie in Papieren mit Laufzeiten bis Oktober 2014 und Juni

2020 aufnehmen. Am Donnerstag folgen Spanien und Italien.

In der abgelaufenen Woche hatten Deutschland und Frankreich

bereits frisches Kapital aufgenommen. Portugal hatte sich mit kurzlaufenden Papieren

vorgewagt und Anlegern dafür Rekordzinsen zahlen müssen. "Die unsichere Finanzsituation

einiger Länder der Euro-Zone hängt wie ein Damoklesschwert über den Märkten",

sagte Basse.

Keine neuen Weichenstellungen erwarten Analysten von

der Europäischen Zentralbank (EZB) am

Donnerstag. Die Notenbank dürfte demnach bis auf weiteres an ihrer Niedrig-Zinspolitik

festhalten. "Darüber hinaus dürfte der Rat über die EZB-Anleihekäufe und über

die von der Zentralbankliquidität abhängigen Banken diskutieren, ohne allerdings

Lösungen zu präsentieren", schreibt Commerzbank-Analyst Michael Schubert.

Am Montag eröffnet in den USA traditionell der Aluminiumkonzern

Alcoa den Reigen der Quartalsberichte. Der US-Chipriese Intel folgt mit seinem Zwischenbericht am

Donnerstag. Auf deutscher Seite könnten die vorläufigen Zahlen von Beiersdorf am Dienstag für Interesse sorgen.

Der Handelsriese Metro wird ebenfalls

am Dienstag über die Umsatzentwicklung berichten. Ansonsten lassen sich mit Douglas (Mittwoch) und Südzucker (Donnerstag) noch zwei Unternehmen

aus der zweiten Börsenliga in die Karten schauen.

Im Blickpunkt könnte nach

Einschätzung von Commerzbank-Analyst Christoph Balz auch die Veröffentlichung des

vorläufigen Ergebnisses für das Bruttoinlandsprodukt

2010 stehen. "Mit 3,7 Prozent dürfte die höchste Wachstumsrate seit der

Wiedervereinigung vermeldet werden", schreibt der Experte. Auch für 2011 sehen

die Vorzeichen damit seinem Kollegen Ralph Solveen zufolge gut aus: "Für den

Dax stehen die Ampeln unverändert auf Grün". Bei überdurchschnittlichen guten

konjunkturellen Rahmenbedingungen habe es sich in der Vergangenheit meistens gelohnt,

auf Aktien zu setzen. Insgesamt rechnen die Experten 2011 mit einem Anstieg des

Leitindex auf 8200 Punkte.

Quelle: Andrea Lentz und Daniela Pegna, rts