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Inside Wall StreetDas (verlorene) Dekaden-Rennen

01.10.2009, 21:42 Uhr
imageLars Halter, New York

Das richtige „timing“ ist alles – nirgendwo stimmt das so sehr wie an der Börse. Die Kalender-Besessenheit der Börsianer führt dabei mitunter zu interessanten Ergebnissen.

NYSE
Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an. (Foto: REUTERS)

Das richtige „timing“ ist alles – nirgendwo stimmt das so sehr wie an der Börse. Wer zum richtigen Zeitpunkt ein- und aussteigt, kann ein Vermögen machen; die besten Gelegenheiten halten oft nur ein paar Stunden oder Tage an. Aus gutem Grund sind Börsianer kalenderbesessen, berechnen die Performance von Aktien und Indizes in immer neuen Intervallen – mit interessanten Ergebnissen.

So sehr die Wall Street vom täglichen Auf und Ab dominiert wird, zählt für die meisten Anleger der Gewinn auf lange Sicht. Und der lässt zur Zeit zu wünschen übrig. Auch nach einer geradezu historischen Rally, die den Markt seit März um 50 Prozent steigen lassen hat, fällt die langfristige Bilanz trübe aus: Um für das Jahrzehnt zumindest unverändert zu schließen, müssten die amerikanischen Börsen im eben begonnenen vierten Quartal um 39 Prozent zulegen.

Das ist unter den aktuellen Begebenheiten nahezu unmöglich; dem Durchschnittsanleger bleibt aus den letzten zehn Jahren wohl ein Verlust. Das ist umso schmerzhafter als sich andere Investitionen eher ausgezahlt hätten. Wer etwa vor zehn Jahren auf Staatsanleihen gesetzt hat, ist dick im Plus; der S&P 500 müsste in den nächsten drei Monaten um 159 Prozent klettern, um den Rückstand aufzuholen. Wo wir bei langfristigen Bilanzen sind, ist übrigens ein Blick auf die Branchen interessant: Mit Energie-Aktien hat sich in den letzten zehn Jahren richtig Geld machen lassen, während sich der Telekom-Sektor im Wert fast gedrittelt hat.