Brenntag kommt gut anDax kräftig im Plus
Die Stabilisierung des Euro und die gute Aufnahme des Chemikalienhändlers Brenntag an der Börse haben die Anleger an den deutschen Aktienmarkt gelockt. "Das Debüt von Brenntag zeigt, dass die Anleger dem Markt wieder mehr zutrauen", fasste ein Händler zusammen. Börsianer sprachen aber von einem sehr geringen Handelsvolumen.
Der Dax schloss 0,6 Prozent fester bei 6.156 Punkte. Am Morgen war das Börsenbarometer gar um 0,9 Prozent auf 6.172 Punkte gestiegen und hatte damit so hoch wie zuletzt im September 2008 notiert. An den meisten europäischen Märkten hielten sich die Anleger dagegen etwas zurück. Stoxx50 und EuroStoxx kamen nur schwer von der Stelle und schlossen je 0,2 Prozent höher.
Viele Anleger seien in den Osterferien, hieß es. Zudem hielten sich in verkürzten Handelswochen die Anleger häufig zurück. Am Karfreitag steht zudem in den USA noch der Arbeitsmarktbericht für März an, was für Unsicherheit sorge.
An den Devisenmärkten entspannte sich die Lage zugunsten des Euro. Die Gemeinschaftswährung holte einen halben Cent zum Freitag auf und notierte am Abend mit 1,3460 Dollar deutlich über dem in der Vorwoche erreichten Zehn-Monats-Tief von 1,3268 Dollar.
Positiv nahmen die Anleger den Börsengang von Brenntag - einem Kandidaten für den MDax - auf. Die Titel stiegen auf 54 Euro von einem Ausgabekurs von 50 Euro. "Das ist schon ermutigend, dass die Brenntag den Aktionären wieder höhere Zeichnungsgewinne verschafft", erklärte ein Händler. Brenntag ist der dritte Neuling an der Frankfurter Börse innerhalb von acht Tagen, nachdem zuvor rund zwei Jahre lang kein großes Unternehmen den Sprung an die Börse geschafft hatte. Die Aktien von Kabel Deutschland, die in der vorigen Woche den Auftakt gemacht hatten, fielen dagegen um 1,5 Prozent auf 22,215 Euro.
Im Dax profitierten Infineon sowohl von Analystenkommentaren als auch von der guten Kursentwicklung der Technologiewerte in den USA. Die Titel verteuerten sich um 2,4 Prozent auf 5,17 Euro. Siemens stiegen um 1,5 Prozent auf 74,42 Euro und profitierten damit von der Bestätigung einer Kaufempfehlung von JP Morgan.
Ein Magazinbericht über mögliche Abschreibungen der Staatshilfen durch den Bund drückte dagegen die Aktien der Commerzbank um 1,8 Prozent ins Minus. Gewinnmitnahmen machten MAN zu schaffen: die Aktien des Anlage- und Maschinenbauers fielen um 1,7 Prozent.
Im MDax waren nach Kaufempfehlungen die Aktien von Praktiker und Hochtief gefragt. Praktiker verteuerten sich um sechs Prozent auf 7,928 Euro, Hochtief um zwei Prozent auf 63 Euro. Die Deutsche Bank hatte Praktiker und UBS hatte Hochtief hoch gestuft.
Im Stoxx50 führten Vodafone mit einem Plus von drei Prozent die Gewinnerliste an. Händler verwiesen auf Spekulationen über eine Dividende aus dem Joint-Venture mit Verizon. Ebenfalls mehr als der Gesamtmarkt gewannen in Stockholm die Aktien von Ericsson, nachdem sich der Telekom-Ausrüster mehrere Aufträge aus China im Wert von 1,8 Milliarden Dollar sichern konnte. Ericsson steigen kum 1,8 Prozent.
Das Aus für ein neues Lungenkrebsmedikament drückten dagegen die Aktien des Schweizer Pharmakonzerns Novartis um 0,5 Prozent ins Minus.