US-Konjunktur beflügeltDax schließt über 6000

Gute US-Konjunkturdaten haben den Dax beflügelt und über die Marke von 6.000 Punkten katapultiert. Die Rezessionsängste der Anleger sind zumindest heute in den Hintergrund gerückt, kein einziger Dax-Wert verbucht Verluste.
Die
aufgehellte Stimmung unter den US- Einkaufsmanagern für das Verarbeitende
Gewerbe gab dem Leitindex am Nachmittag den entscheidenden Impuls. Am Morgen
hatte der Dax zeitweise noch unter 5.900 Punkte notiert, bevor er sich gegen
Mittag dann wieder an die 6000er-Marke ran tastete. Zum Handelsschluss stand
ein kräftiges Plus von 2,68 Prozent bei 6083,90 Punkten auf der Tafel. Der MDax
legte mit einem Aufschlag von 2,98 Prozent auf 8392,21 Punkte sogar noch
deutlicher zu. Für den TecDax ging es um 2,34 Prozent auf 759,19 Punkte nach
oben.
Dass
sich der entsprechende Index für das Verarbeitende Gewerbe im August entgegen
allen Befürchtungen verbessert habe, dämpfe die Sorge über einen Rückfall der
US-Wirtschaft in die Rezession, hieß es in einer Studie von der Postbank. Einen
weiteren Grund für den Kurszuwachs lieferte Chefhändler Oliver Roth von Close
Brothers Seydler: So seien etwa Terminkontrakte auf deutsche Staatsanleihen am
Mittwoch verkauft worden. Das deute darauf hin, dass zur Zeit einige ihre
Anleihen abstoßen und stattdessen in den Aktienmarkt gehen, erklärte Roth.
Im
Dax verbuchte kein einziger Wert Verluste. Die Gewinnerliste wurde angeführt
von den Aktien von HeidelbergCement, die um 6,10 Prozent auf 33,58 Euro
zulegten. Marktteilnehmer sprachen von einem günstigen Umfeld für europäische
Bauwerte, nachdem der französische Baukonzern Vinci mit seiner Gewinnsteigerung
im ersten Halbjahr die Analystenerwartungen übertroffen hatte.
Zweitstärkster
Dax-Wert waren Daimler mit plus 5,46 Prozent auf 40,46 Euro. Händler verwiesen
auf eine positive Studie der Schweizer Bank UBS. Ein positiver
Analystenkommentar von Bernstein führte auch bei Metro zu einem Aufschlag von
5,35 Prozent auf 42,33 Euro.
Im
MDax schlossen ProSiebenSat.1 mit einem Plus von über acht Prozent. Den Grund
hierfür lieferte Händlern zufolge der französische Medienkonzern Vivendi, der
seine Gesamtjahresprognose erhöht hatte. Singulus-Papiere erklommen im TecDax
mit mehr als elf Prozent Kursgewinn die Spitze. Börsianer sprachen nach den
jüngsten Kursverlusten von Aufholbedarf der Aktien. Ein Händler verwies zudem
auf die im ersten Halbjahr sehr stark gestiegenen Verkäufe von Blue-
Ray-Scheiben.
Der
EuroStoxx 50 stieg um 3,52 Prozent auf 2715,27 Punkte. Auch der Cac-40 in Paris
und der FTSE 100 in London gewannen deutlich. An der New Yorker Börse notierte
der Dow Jones Composite zum europäischen Handelsschluss ebenfalls klar im Plus.
Am
Rentenmarkt kletterte die durchschnittliche Rendite börsennotierter
Bundeswertpapiere auf 1,87 (Vortag: 1,82) Prozent. Der Rentenindex Rex legte um
0,16 Prozent auf 129,41 Punkte zu. Der Bund Future fiel um 0,83 Prozent auf
133,32 Punkte. Der Referenzkurs des Euro zog an, die Europäische Zentralbank
(EZB) setzte ihn auf 1,2800 (Dienstag: 1,2680) US-Dollar fest. Der Dollar
kostete damit 0,7813 (0,7886) Euro.