Besinnlicher HandelstagDax ruhig gestimmt
Der letzte Handelstag vor Heiligabend verläuft entspannt. US-Daten sorgen für einen kaum veränderten Dax.
Der Dax schloss 0,1 Prozent im Plus bei 5957,44 Zählern. Der MDax gab 0,1 Prozent auf 7472,43 Zähler ab. Für die Technologiewerte ging es aufwärts: Der TecDax gewann 0,1 Prozent auf 812,35 Zähler.
"Wir werden die 6000 Punkte noch in diesem Jahr bekommen, und dann werden wir eine heftige Reaktion nach oben sehen", sagte ein Händler. "Ob der Markt auf diesem Niveau bleibt, ist allerdings eine andere Frage." Ein weiterer Börsianer warnte allerdings vor einem Rücksetzer. "Der Dax hat zuletzt ein Hoch nach dem anderen gemacht, auf so etwas folgt oft eine Korrektur.
Im zu Ende gehenden Jahr hat der Dax bislang rund ein Viertel an Wert zugelegt, seit dem Jahrestief im März von 3588 Punkten beträgt das Plus gar mehr als 60 Prozent. Auf dem aktuellen Niveau notiert der Dax allerdings noch immer etwas unter seinem Stand vor dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008.
Rein technisch habe der Index nun Luft bis 6080 Punkte, hieß es von technischen Analysten. Vorgaben aus Japan gibt es nicht, dort ist die Börse wegen des Feiertags "Geburtstag des Kaisers" geschlossen. Nachrichtlich gibt es zu deutschen Standardwerten wenig. Die Umsätze gingen zwar weiter zurück, doch bremste das den Dax kaum.
Einige Anleger versuchten, ihre Bilanz zum Jahresende noch ein wenig aufzuhübschen, so Händler. Allerdings hätten die meisten ihre Bücher schon geschlossen. "Das Window Dressing sollte aber einfach weiterlaufen", meinte ein Börsianer. Darunter wird an der Börse verstanden, dass Titel mit einer bisher guten Jahresperformance von Fondsgesellschaften weiter gekauft werden. Die Verlierer des Jahres werden dagegen von institutionellen Investoren verkauft, um sie per Jahresultimo nicht in den eigenen Büchern ausweisen zu müssen.
VW im Blick
Im Dax begrüßte der Markt die Vorzüge von Volkswagen mit einem Minus von 2,8 Prozent. "Das sind Gewinnmitnahmen, was aber nach dem Kursverlauf in diesem Jahr und bei einer Aufnahme in den Dax normal ist", sagte ein Händler. Die Stämme, die seit Dienstag nicht mehr dem Leitindex angehören, legten dagegen 2,3 Prozent zu. Viele Anleger hatten seit langem darauf gewettet, dass die Vorzüge die Stämme im Dax ersetzen würden, die wegen des zu niedrigen Streubesitzes aus dem Index gefallen sind.
Unter Druck standen dagegen die Papiere des Düngemittelspezialisten K+S, die um 1,9 Prozent nachgaben. Händler verwiesen darauf, dass ein Konkurrent eine Preisvereinbarung mit China eingegangen sei, die weit unter den Markterwartungen lag.