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Ernüchternde US-JobdatenDax taucht unter

02.07.2009, 14:59 Uhr

Belastet von enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag sehr schwach geschlossen.

Belastet von enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag sehr schwach geschlossen. Der Leitindex Dax verlor 3,81 Prozent auf 4.718,49 Zähler. Der MDax sank um 1,98 Prozent auf 5.762,11 Punkte. Der TecDax gab um 1,80 Prozent auf 623,06 Zähler nach.

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Manchmal hilft nur noch eine Abkühlung. (Foto: dpa)

In den USA war die Zahl der Beschäftigten im vergangenen Monat unerwartet deutlich gesunken. An der Wall Street gingen die wichtigsten Indizes daraufhin auf Talfahrt und zogen auch die deutschen Indizes mit in die Tiefe. Händlern zufolge dämpfte die Nachricht Hoffnungen, wonach die Rezession schnell zu Ende gehen könnte.

Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade sagte: "Wie sich bereits heute Vormittag abgezeichnet hatte, waren die Sorgen um den US-Arbeitsmarkt nicht unbegründet. Mit der starken Zunahme an Arbeitslosen kann sich auch sehr schnell wieder das Konsumklima verdunkeln. Gerade zyklische Aktien, wie Stahlwerte wurden heute abgestoßen. Mit einer schnellen Belebung des US-Arbeitsmarktes kann man so schnell nicht rechnen. Das zweite Quartal gehört traditionell nicht zu den stärksten Quartalen eines Geschäftsjahrs. Das erste und vierte Quartal sind jeweils die stärksten Abschnitte im Geschäftsjahr. Es könnte demnach sein, dass der Aufschwung erst gegen Ende 2009 Anfang 2010 spürbar wird. Dann wären die bisherigen Aktienkäufe noch etwas zu früh gewesen."

Hierzulande litten insbesondere die Autowerte unter schwachen US-Absatzzahlen für den Monat Juni. Bei der Daimler-Pkw-Sparte waren die Verkäufe im Jahresvergleich um mehr als 26 Prozent zurückgegangen, was der Aktie ein Minus von 5,5 Prozent auf 24,980 Euro einbrachte. Die Volkswagen-Titel fielen sogar um 7,8 Prozent auf 228,85 Euro. Die Porsche-Aktien büßten 3,9 Prozent auf 45,86 Euro ein, nachdem der Absatz des Sportwagenherstellers in Nordamerika um mehr als 60 Prozent eingebrochen war.

Mit einem Abschlag von 2,2 Prozent auf 8,39 Euro hielten sich die Aktien der Deutschen Telekom immer noch besser als der Gesamtmarkt. Laut einem Zeitungsbericht könnte die spanische Telefonica Interesse an T-Mobile UK zeigen und einen Bieterwettstreit um das britische Mobilfunkgeschäft der Telekom auslösen.

Zu den stärksten MDax-Werten zählten die Aktien von Celesio mit plus 1,1 Prozent auf 17,15 Euro. Dem Stuttgarter Pharmagroßhändler zufolge gibt es entgegen zuvor anders verlautender Aussagen aus unternehmensnahen Kreisen keinen Zwist in der Führungsriege hinsichtlich der Übernahme des brasilianischen Wettbewerbers Panpharma. Zudem gab es einen positiven Analystenkommentar zum Einstieg von Celesio in den schwedischen Apothekenmarkt. Kurzfristig dürfte sich die Expansion in Schweden zwar kaum in den Zahlen bemerkbar machen, der Schritt sei aber längerfristig positiv zu werten, hieß es in einer Studie der Commerzbank.

Schwächster Index-Wert war Tui mit minus 8,1 Prozent auf 5,025 Euro. Händler verwiesen auf einen Zeitungsbericht, wonach die Tui-Beteiligung Hapag Lloyd ihren Mehrheitseigner, die Seefahrtsbeteiligung Albert Ballin, um zusätzliche finanzielle Mittel bitten will. "Wenn Ballin um Geld gebeten wird, könnte die Bitte auch an Tui gerichtet werden - das belastet", sagte ein Händler dazu.

Der Aachener Spezialmaschinenbauer Aixtron erhielt von der taiwanesischen Epistar kürzlich einen Auftrag für mehrere Anlagen zur Massenproduktion von Leuchtdioden. Dies wurde am Markt honoriert: Die Aktie stieg im schwachen TecDax um 0,4 Prozent auf 9,25 Euro.

Aktien von Phoenix Solar stiegen mit plus 6 Prozent auf 35 Euro und erklommen damit die TecDax-Spitze. Goldman Sachs hatte die Aktie von "Neutral" auf "Buy" angehoben, aber das Kursziel bei 43 Euro belassen. Zwar bleibe der Solarmarkt kurzfristig weiter schwierig, doch Phoenix Solar sei gut aufgestellt für mittel- und langfristiges Wachstum, schrieb Analyst Mariano Alarco in einer Studie.

Quelle: nne/dpa-afx