Nervöser Handel in New YorkDow rettet 10.000
Die amerikanischen Börsen finden nach abwechslungsreichem Handel keine Richtung. Die Standardwerte bleiben praktisch unverändert. Nach wie vor überschatten die Konjunktursorgen alles.
Die US-Börsen haben nach einer Berg- und Talfahrt uneinheitlich
geschlossen. Mit einem sehr nervösen Handel beendete die Wall Street den August,
der unter dem Strich ein Minus für alle drei großen Börsenbarometer bringt. Am Dienstag
blieben die Standardwerte praktisch unverändert, die Technologiebörse Nasdaq musste
Federn lassen.
Positive Konjunkturdaten wie das Verbrauchervertrauen
sorgten auf dem Parkett nur vorübergehend für bessere Laune. Die Stimmung der US-Kunden
gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung
ausmachen. Doch schließlich kehrte die Furcht vor einem Rückfall in die Rezession
an die Börse zurück.
Der Dow-Jones-Index
der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 10.073 und einem Tief
von 9941 Punkten. Er schloss mit einem hauchdünnen Plus von 0,05 Prozent bei 10.014
Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index
trat bei 1049 Zählern praktisch auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank dagegen um 0,3 Prozent auf 2114
Punkte. Auf Monatssicht verlor der Dow 4,3, der S&P 4,8 und die Nasdaq 6,2 Prozent.
Für Zuversicht sorgte in New York vorübergehend das Konsumklima, das sich im August gefestigt hat. Der Index für das Verbrauchervertrauen stieg
auf 53,5 von revidiert 51,0 Punkten im Juli, wie das Forschungsinstitut Conference
Board mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 50,5 Punkten gerechnet. Die Preise für Einfamilienhäuser stiegen ihrerseits
etwas stärker als erwartet. Beide Zahlen seien positive Überraschungen gewesen,
sagte Uri Landesman von Platinum Partners.
Das Fed-Sitzungsprotokoll
bewegte die Märkte kaum. Die US-Notenbank Fed erwägt bei einer deutlichen Eintrübung
des Wirtschaftsausblicks weitere Schritte zur Stützung der Konjunktur. Fest im Blick
haben die Investoren bereits den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.
Zu den Verlierern zählten die Aktien von Monsanto mit einem Abschlag von 5,8 Prozent.
Der Saatguthersteller hatte eine Prognose für das Gesamtjahr abgegeben, die die
Wall Street enttäuschte. Steil nach oben ging es dagegen für Saks, nachdem eine britische Zeitung über
ein Interesse von Beteiligungsfirmen an der Nobel-Bekleidungskette berichtet hatte.
Saks-Papiere schossen fast 20 Prozent in die Höhe.
Auf der Nasdaq lasteten die in New York gelisteten Aktien
des kanadischen BlackBerry-Herstellers Research
in Motion. RIM-Papiere verbilligten sich um gut sechs Prozent, nachdem Sanford
C. Bernstein das Kursziel gesenkt hatte. Eine Bernstein-Umfrage unter Unternehmen
hatte ergeben, dass sich viele Geschäftskunden von den BlackBerrys trennen und Smartphones
wie dem iPhone von Apple zuwenden könnten. Apple
notierte 0,3 Prozent höher.
Thema blieb auch das Übernahmeduell um den US-Datenspeicherspezialisten
3PAR. Der US-Computerriese Hewlett-Packard hat offenbar die besseren
Karten und notierte an der Börse 0,2 Prozent im Plus. Die meisten Branchenexperten
rechnen damit, dass Rivale Dell bald aufgibt. Dell-Titel gingen um 2,1 Prozent zurück.