Wirtschaft
Kurz nach Mitternacht: Ministerpräsident Samaras stimmt unter den Augen von Finanzminister Stournaras (l.) per Handzeichen für den Haushaltsentwurf der Regierung.
Kurz nach Mitternacht: Ministerpräsident Samaras stimmt unter den Augen von Finanzminister Stournaras (l.) per Handzeichen für den Haushaltsentwurf der Regierung.(Foto: REUTERS)

Athener Haushalt steht, Hilfen nicht: Euro am Ende wieder am Anfang

Die neue Woche beginnt mit politischen Weichenstellungen: In Griechenland gibt das Parlament grünes Licht für einen mühsam stabilisierten Staatshaushalt. Neue Milliardenhilfen fließen aber erst einmal noch nicht. Dem Euro merkt man diese abwartende Haltung an: Erst geht's rauf, dann runter.

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Die Hängepartie in Griechenland hat Anlegern am Montag wenig Lust auf den Euro gemacht. Er pendelte am Morgen um seinen New Yorker Freitagsschluss von 1,2710 Dollar - zog dann an und kam wieder zurück, sodass er am Abend wieder um 1,2710 Dollar notierte. Die EZB legte den Referenzkurs am Mittag auf 1,2735 Dollar fest und damit unweit des Tageshoch von 1,2740 Dollar.

"Noch vor einigen Wochen sind wir davon ausgegangen, dass wohl spätestens heute Abend die Finanzminister der Eurogruppe auf ihrem Treffen in Brüssel die Freigabe der weiteren Hilfen für Athen beschließen würden", schrieb Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. Das sei mittlerweile aber unwahrscheinlich geworden.

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Für Skepsis sorgten vor allem die Aussagen des Bundesfinanzministeriums. Eine Sprecherin warnte vor zu großen Erwartungen, da der Troika-Bericht von Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission zum Stand der griechischen Reformen noch nicht in seiner endgültigen Fassung vorliege. Den benötige der Bundestag aber, um vor einer neuen Auszahlung der Hilfen darüber abzustimmen. Die nächste Tranche an Athen umfasst 31,5 Milliarden Euro. Ohne das Geld droht dem Land die Pleite.

Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras zeigte sich allerdings zuversichtlich, dass den Hilfen nach der Verabschiedung des Haushalts für 2013 nichts mehr im Weg stehen dürfte. Die Abgeordneten hatten am späten Sonntagabend mit deutlicher Mehrheit für den Etat votiert, der um ein Sparpaket erweitert worden war.

Da viele Märkte in den USA am Montag feiertagsbedingt geschlossen blieben, verlief der Handel insgesamt ruhig. Auch bei den Renten tat sich nicht viel. Die Kurse der Bundesanleihen bewegten sich kaum, entsprechend lag die Rendite nahezu unverändert bei 1,3 Prozent. Analysten rechneten aber damit, dass deutsche Staatspapiere wegen der hohen Unsicherheit schon bald wieder Zulauf bekommen sollten.

Quelle: n-tv.de

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