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Italien belastetEuro fällt zurück

13.08.2010, 15:15 Uhr

Die Nachfrage nach italienischen Staatsanleihen fällt geringer aus als erwartet. Das setzt den Euro unter Druck.

Dollar-Euro
Sorgen um einen Rückfall in die Rezession in den USA dürften eine weitere Ausverkaufswelle an den Aktienmärkten auslösen. (Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Am Devisenmarkt hat die europäische Schuldenkrise starke Konjunkturdaten aus

Europa überschattet und den Euro belastet. Auslöser war die geringer als erhofft

ausgefallene Nachfrage nach frischen italienischen Staatsanleihen. Der Euro geriet

daraufhin trotz des überraschend starken deutschen Wirtschaftswachstums unter Verkaufsdruck

und verbilligte sich auf bis zu 1,2816 Dollar nach 1,2827 Dollar zum New Yorker

Vortagesschluss. Gleichzeitig griffen Anleger verstärkt zu den als sicher geltenden

deutschen Staatspapieren. Der Bund-Future legte nach anfänglichen Verlusten drei

Ticks auf 131,25 Punkte zu.

"Die geringe Überzeichnung der italienischen Papiere ist kein gutes Omen

für die irische Auktion in der kommenden Woche", sagte ein Börsianer. Für den

Euro gelte aber, dass erst ein Rutsch unter die charttechnisch wichtigen Marken

von 1,2775 und 1,2750 US-Dollar voraussichtlich einen zusätzlichen Verkaufsschub

auslöse.

Italien platzierte fünf- und 15-jährige Anleihen im Volumen von 5,9 Mrd. Euro

am Kapitalmarkt. Die Emissionen waren den Angaben zufolge jeweils nur etwa 1,2-fach

überzeichnet. In den vorangegangenen Auktionen hatten Anleger die Papiere deutlich

stärker nachgefragt. Irland will am kommenden Dienstag Titel im Volumen von bis

zu 1,5 Mrd, Euro verkaufen.

Ohne nachhaltigen Einfluss auf die Devisen- und Rentenkurse blieben die US-Konjunkturdaten.

Die Einzelhandelsumsätze in den USA stiegen im Juli um 0,4 Prozent zum Vormonat.

Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet.

Am Vormittag hatte der Euro dank des starken deutschen Wirtschaftswachstums

noch die Marke von 1,29 Dollar übersprungen. Dem Statistischen Bundesamt zufolge

stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal mit 2,2 Prozent so stark

wie noch nie seit der Vereinigung. Dank der brummenden deutschen Konjunktur wuchs

auch die Wirtschaft der Euro-Zone kräftig.

"Da fällt mir nur noch ein Begriff ein: Sommermärchen", sagte Jörg

Krämer, Chef-Volkswirt der Commerzbank. "Das ist eine phänomenale Zahl, und

auf dieser Basis werden wir wohl auch unsere Prognosen für das Gesamtjahr anheben.

Allerdings war das jetzt natürlich der Höhepunkt der positiven Entwicklung in diesem

Jahr, der so nicht zu wiederholen sein wird." Christoph Schmidt, Chef des Rheinisch-Westfälischen

Instituts für Wirtschaftsforschung und Mitglied der Wirtschaftsweisen, sagte, er

halte im Gesamtjahr eine Drei vor dem Komma für möglich.

Quelle: rts