Montag, 19. Oktober 2009
Kurs auf 1,50 US-Dollar: Euro nimmt neuen Anlauf
Mit Kursen um 1,4930 US-Dollar hat sich der Euro am Montag wieder der psychologisch wichtigen Marke von 1,50 Dollar genähert. Unterstützt wird der Euro dabei auch von zinspolitischen Spekulationen.Mit Kursen um 1,4930 US-Dollar hat sich der Euro am Montag wieder der psychologisch wichtigen Marke von 1,50 Dollar genähert. "Der Markt will die 1,50 Dollar sehen, die Frage ist nur wann", sagte DZ-Bank-Analystin Sandra Striffler. Schon in der vergangenen Woche hatte die Gemeinschaftswährung Anlauf auf die Marke genommen, es aber nur bis auf ein 14-Monats-Hoch von 1,4967 Dollar geschafft. Sein Allzeithoch hatte der Euro am 15. Juli vorigen Jahres mit 1,6038 Dollar erreicht. Im Sog der Krise an den Finanzmärkten zogen dann aber viele Anleger den Dollar als wichtigste Reservewährung der Welt allen anderen Devisen vor.
Inzwischen gibt es immer mehr Experten, die an dieser Rolle der US-Währung Anstoß nehmen. Diese Zweifel haben denn auch in diesem Jahr zum Kursverfall der US-Währung beigetragen. Zwar hat EZB-Chef Jean-Claude Trichet wiederholt betont, dass der Euro keine globale Reservewährung sei und auch die USA einen starken Dollar wollten. Gewirkt haben diese Beteuerungen bislang allerdings wenig. Auf der anderen Seite gefährdet der Anstieg des Euro - Anfang März notierte er noch unter 1,25 Dollar - die Konjunkturerholung in der Euro-Zone. Daher wächst der Druck der Exporteure auf die Politik, dem Euro-Anstieg Einhalt zu bieten.
Unterstützt wird der Euro zudem von zinspolitischen Spekulationen. So könnten die Zinsen in den USA noch länger als bislang angenommen nahe null bleiben, vermuten Analysten. "Der Trend spricht klar für einen schwachen Dollar", erklärte Marcus Hettinger, Währungsstratege bei Credit Suisse in Zürich. Neben der Zinspolitik und der Diskussion über die künftige Rolle des Dollar belaste das hohe US-Haushaltsdefizit, führte er weiter aus.
Am Rentenmarkt gaben die Kurse nach, was Händler vor allem mit dem Anstieg der Aktienkurse begründeten. Der Bund-Future lag am Nachmittag mit 121,20 Zählern 26 Ticks im Minus. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 3,313 von 3,287 Prozent am Freitagabend.
rts
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