Dollar hat seine FansEuro rutscht weiter
Zweifel an der Nachhaltigkeit der weltweiten Konjunkturerholung machen dem Euro etwas zu schaffen. Der Dollar zeigt derweil seine Qualitäten als Weltleitwährung.
Zweifel an der Nachhaltigkeit der weltweiten Konjunkturerholung haben dem Euro etwas zu schaffen gemacht. Die Gemeinschaftswährung pendelte am Nachmittag am Nachmittag um 1,4875 Dollar und notierte damit rund einen US-Cent niedriger als am Vorabend in New York. Händler mochten die Bewegung aber nicht überbewerten. "Selbst wenn der Euro auf 1,47 Dollar fällt, bleibt der Aufwärtstrend intakt", sagte ein Händler. Auslöser der Kursverluste sei die Verschlechterung der Stimmung an den Aktienbörsen. Analysten verwiesen zudem darauf, dass die US-Konjunkturdaten zuletzt schlecht ausgefallen waren. Dies habe einige Anleger wieder zu Dollarkäufen veranlasst.
Trotz aller Diskussionen um die künftige Rolle des Greenbacks bleibt der Dollar bis auf Weiteres die wichtigste Weltreservewährung. Immer wenn Anleger fürchten, dass die Krise noch nicht ausgestanden ist, gehen sie daher in den Dollar. Die US-Währung profitiert daher paradoxerweise von schwachen Konjunkturdaten aus den USA. Am Vortag hatten Statistiken vom Immobilienmarkt Zweifel an der Erholung der US-Wirtschaft geschürt. Zudem schließen laut Händlern einige Marktteilnehmer schon ihre Bücher und lösen ihre Carry Trades auf. Das sind Geschäfte, bei denen Anleger sich im niedrig verzinsten Dollar verschulden, um die Mittel dann in höher verzinsten Währungen wie den Euro anzulegen. Während in den USA die Zinsen nahe null liegen, beträgt der Zinssatz in der Euro-Zone ein Prozent.
In das Bild der größeren Skepsis passte laut Händlern auch, dass der Wirtschaftsweise Peter Bofinger gewarnt hatte, Deutschland könnte schon Ende nächsten Jahres oder Anfang 2011 wieder in die Krise zurückfallen. Auch der Bankenverband rechnet im Laufe des nächsten Jahres wieder mit einer nachlassenden Wachstumsdynamik.
Der Bund-Future stieg bis zum Nachmittag um 14 Ticks auf 122,38 Punkte. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,274 Prozent etwas weniger als am Vorabend mit gut 3,294 Prozent.
Allerdings brachen die Kurse der griechischen Staatsanleihen wieder um bis zu 133 Ticks auf 107,41 Punkte ein. Angesichts der fortdauernden Rezession in dem südeuropäischen Land fürchten Anleger, dass die Staatsverschuldung überhandnimmt. Die Rendite kletterte auf fast fünf Prozent, womit sich der Abstand zu den Bundesanleihen weiter vergrößerte.