Nervosität erfasst AustralienEuro steigt über 1,24 Dollar
Nach dem überraschenden Vorpreschen der deutschen Finanzaufsicht in Sachen Leerverkäufe herrscht am Devisenmarkt gespannte Ruhe. Der Euro baut seinen Abstand zum Vierjahrestief weiter aus. In Australien gerät unterdessen der Aussie-Dollar unter Druck.
Im frühen europäischen Handel hat der Euro kräftig angezogen. Er überwand kurzzeitig den New Yorker Vortagesschluss von 1,2428 Dollar, fiel dann aber wieder auf 1,2384 Dollar zurück und lag damit auf dem Niveau des asiatischen Geschäfts. Einen unmittelbaren Auslöser für den vorübergehenden Anstieg konnten Börsianer nicht nennen. Sie betonten allerdings, dass die Umsätze extrem dünn seien. Daher sollten die Ausschläge nicht überbewertet werden. Zuletzt notierte der Euro bei 1,2390 Dollar.
Damit lag die Gemeinschaftswährung immer noch deutlich über ihrem Vierjahrestief 1,2146 Dollar. Gesprächsthema waren weiter die Spekulationen vom Vortag, wonach Notenbanken dem Euro unter die Arme griffen. Die Analysten der Commerzbank betonten, der Euro sei trotz der Kursverluste zum Dollar nicht unterbewertet. Zentralbankinterventionen könnten nach hinten losgehen, warnten die Analysten: "Erst das Eingreifen von Notenbanken würde wirklich Spekulanten auf den Plan rufen und den Abwärtsdruck auf Euro/Dollar möglicherweise sogar verstärken."
Am Rentenmarkt stieg der Bund-Future am Morgen um 14 Ticks auf 127,61 Punkte. "Im Tagesverlauf könnten Gewinnmitnahmen einsetzen", sagte ein Börsianer. Da Anleger aber immer noch Staatsanleihen der hoch verschuldeten südeuropäischen Staaten zugunsten der als sicher geltenden Bundestitel verkauften, dürften sich die Verluste in Grenzen halten.
Stärkere Ausschläge gab es am Donnerstag auf der anderen Seite der Erdkugel. Dort setzte eine zunehmende Risikoscheu der Anleger den australischen Dollar unter massiven Verkaufsdruck. Er rutschte um bis zu 3,7 Prozent auf 75,05 Yen ab und war damit so billig wie seit Juli 2009 nicht mehr.
Börsianern zufolge befürchten Investoren eine Verschärfung der Regulierung für "Carry Trades". Darunter leiden meist die hoch verzinsten Währungen wie der australische oder der neuseeländische Dollar. Der Kiwi-Dollar gab bis zu 2,5 Prozent auf 60,93 Yen nach.