Montag, 30. November 2009
Angst vor Ende des lockeren Geldes: Euro unter 1,50 Dollar
Deutlich abwärts ist es am Montagabend mit dem Euro gegangen. Mit 1,4990 US-Dollar hat sich die Gemeinschaftswährung erneut unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 1,50 US-Dollar aus dem europäisch dominierten Handel verabschiedet. Händler sehen vor allem die Einführung von neuen Finanzinstrumenten durch die New Yorker Fed als "Einstieg in den Ausstieg" aus der lockeren Notenbankpolitik. Dies führe zur Auflösung von Carry-Trades und damit zur Auflösung von Dollar-Krediten. Dies habe die Rückführung von Dollar und damit Euro-Verkäufe zur Folge.
Der in Geldmarktgeschäften operative Arm der US-Notenbank, die Federal Reserve Bank of New York, plant für die kommenden Wochen "Reverse-Repo"-Operationen zu Testzwecken. Mit Hilfe größer angelegter Reverse Repos soll künftig ein Großteil der von der Fed aufgekauften US-Staatsanleihen und Hypothekenpapiere wieder in den Markt gegeben werden. Die New Yorker Fed verwies zwar darauf, dass der nun geplante Testdurchlauf nicht als Änderung des geldpolitischen Kurses der US-Notenbank verstanden werden dürfe, Händler sahen dies aber nicht so.
Zudem zeigt sich auch der Devisenmarkt positiv überrascht vom starken Anstieg des Einkaufsmanagerindex (PMI) Chicago im November. Vor allem die stark gestiegene Auftragskomponente lasse auch für die kommenden Monate eine steigende Auslastung der Kapazitäten erwarten. "Der Anstieg auf 56,1 Punkte im November ist jedenfalls ein richtig guter Wert", sagt ein Analyst. Volkswirte hatten stattdessen mit einem leichten Rückgang auf 53,5 nach 54,2 Indexpunkten im Oktober gerechnet.
Charttechnisch trifft der Euro zum Dollar im Bereich von 1,5141 US-Dollar auf Widerstand, Unterstützung findet sich auf dem Niveau von 1,4950 US-Dollar.
DJ
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