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Anleger sind enttäuschtEuro wird weich

17.11.2009, 17:45 Uhr

Der Euro fällt ein weiteres Stückchen zurück. Anleger zeigen sich enttäuscht, dass die Gemeinschaftswährung die 1,50er-Dollar-Marke derzeit nicht überwinden kann.

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(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der Euro gibt im Verlauf des frühen Abendhandels noch etwas nach. Gegen 17:30 Uhr notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,4834 US-Dollar nach 1,4904 US-Dollar am Mittag. Damit liegt sie nahe dem Tagestief von 1,4827 Uhr aus dem späten Nachmittaghandel. "Einige Anleger sind enttäuscht, dass der Euro die 1,50er Marke derzeit nicht überwinden kann", so ein Händler. Deshalb komme es zu Glattstellungen im Euro, und deshalb gebe er etwas nach. "Von großer Dynamik kann aber keine Rede sein", so der Händler weiter. Das Geschäft sei dünn, die Umsätze auch. Er meint, der Euro sollte sich spätestens an den Unterstützungen bei 1,4820 US-Dollar und 1,4760 US-Dollar fangen.

Denn die Geldpolitik spreche weiterhin für den Euro, heißt es auch von anderer Seite. Zwar habe der Euro auch unter Aussagen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet gelitten, der vor einem Glaubwürdigkeitsproblem einiger Regierungen in der Eurozone warnte. Sie seien "ein Dämpfer", meint Lutz Karpowitz, Devisenstratege der Commerzbank. Der Markt habe mit Blick auf die Verschuldung immer auf die USA geschaut. "Nun fällt die Schulden-Problematik auf die Eurozone zurück", sagt Karpowitz.

Der Euro werde aber vermutlich bald wieder steigen, so der Devisenstratege "Denn der Dollar bleibt der Carry", meint er mit Blick darauf, dass Anleger Anlagen außerhalb des Dollar-Raums mit billigen Dollar-Krediten finanzieren. "Erst höhere Leitzinsen in den USA werden die Trends umdrehen, und dann schlagartig", meint Karpowitz und ergänzt, kurzfristig seien höhere US-Leitzinsen nicht zu erwarten".

Neue US-Konjunkturdaten verstärken den Eindruck einer lediglich verhaltenen Wirtschaftserholung. Die Industrieproduktion ist im Oktober nur um 0,1 Prozent gestiegen statt wie erwartet um 0,3 Prozent, die Kapazitätsauslastung hat ebenfalls nur etwas zugenommen, und die US-Erzeugerpreise sind langsamer gestiegen als erwartet.

US-Notenbank-Präsident Ben Bernanke hatte am Montagabend in seiner Rede vor dem Economic Club of New York gesagt, dass die US-Wirtschaft ihren moderaten Wachstumskurs auch im Jahr 2010 fortsetzen werde. Allerdings könnten der schwache Arbeitsmarkt und die restriktive Kreditvergabe das Wachstum schmälern, fügte der Notenbanker hinzu. Die Inflation dürfte über einen längeren Zeitraum gedämpft bleiben. Vor diesem Hintergrund wolle der Offenmarktausschuss (FOMC) den Leitzins für einen ausgedehnten Zeitraum auf einem niedrigen Niveau belassen.

"Unsere Verpflichtung zu unseren dualen Zielen, zusammen mit der grundlegenden Stärke der US-Wirtschaft, wird dabei helfen, dass der Dollar stark und eine Quelle der globalen Finanzstabilität ist", so Bernanke weiter. Nach ihrem "dualen Mandat" soll die Fed eine hohe Beschäftigung und Preisstabilität gewährleisten.

Quelle: DJ