Konjunkturausblick enttäuschtFed stärkt Euro
Der Euro gewinnt am Mittwoch im späten Handelsverlauf wieder die Oberhand. Grund dafür ist ein enttäuschender Wirtschaftsausblick der US-Notenbank.
Der Euro profitiert im späten Mittwochshandel von der Entscheidung der US-Notenbank Fed, die Leitzinsen in den USA auf absehbare Zeit auf ihrem Rekordtief von 0,0 bis 0,25 Prozent zu halten. Dabei belastet den US-Dollar vor allem die Herabstufung der Einschätzung der konjunkturellen Dynamik. Hatten die US-Währungshüter im April noch von einer verstärkten Wirtschaftserholung gesprochen, rechnen sie nun lediglich mit einer voranschreitenden Erholung. Auch der US-Arbeitsmarkt werde noch einige Zeit zur Normalisierung benötigen.
Der Euro klettert im späten Handel klar über die Marke von 1,23 US-Dollar. Zwischenzeitlich schafft er es bis auf 1,2344 US-Dollar. Noch vor der Fed-Entscheidung sah es für den Euro schlechter aus. Das Tagestief der Gemeinschaftswährung lag bei 1,22085 US-Dollar.
Pfund zieht an
Auch das britische Pfund legte nach der US-Zinsentscheidung weiter zu. Mit einem Tageshoch bei 1,497405 US-Dollar notiert das Pfund nur knapp unterhalb der psychologisch interessanten Marke von 1,50 US-Dollar. Zusätzlichen Rückenwind bekam das Pfund im Tagesverlauf durch das überraschende Votum eines Notenbankers für eine Anhebung des Leitzinses.
"Es ist schon sehr überraschend, dass jemand für eine Zinserhöhung plädiert", sagte Analyst Alan Clarke von BNP Paribas nach der Veröffentlichung des Protokolls der Zentralbanksitzung vom 09./10. Juni. Andrew Sentance, Mitglied des geldpolitischen Komitees, habe allerdings auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass er für eine straffe, energische Zinspolitik stehe. Die sieben anderen stimmberechtigten Vertreter in dem Komitee hatten für eine Beibehaltung des aktuellen Leitzinssatzes von 0,5 Prozent gestimmt.