Wirtschaft

Inside Wall Street: Jacksons posthume Millionen

Lars Halter, New York

Img_4_3Die Plattenläden vermelden sensationelle Zahlen. Der King of Pop bricht nach seinem Ableben alle Rekorde.1righttruetrueBei allem Streit um Michael Jacksons Kinder, Erbe und die Details zur Trauerfeier ist doch eines sicher: Der King of Pop wird auch im Jenseits Millionen verdienen. Eine Woche nach seinem Tod tauchen die ersten Zahlen auf, und sie zeigen: Elvis muss seinen Spitzenplatz auf der Forbes-Liste der "reichsten toten Promis" wohl bald räumen.

Allein die Zahlen aus den Plattenläden sind sensationell. Die drei meistverkauften Alben der vergangenen Woche stammen allesamt vom King of Pop. Die "Number Ones" Compilation wurde 108.000 Mal gekauft, "The Essential Michael Jackson" 102.000 Mal, und der Album-Klassiker "Thriller" 101.000 Mal. Dazu kommen kleinere Stückzahlen von "Bad", "Dangerous" und ein paar Platten der Jackson 5 - unterm Strich stehen 422.000 verkaufte Alben.

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Ganze 57 Prozent der Alben wurden online verkauft. In Läden von Amazon bis iTunes wurden zudem 2,3 Mio. Songs verkauft, fast so viele wie Jackson im ganzen letzten Jahr absetzen konnte. Und eine historische Bestmarke, denn bisher hatte noch kein Künstler jemals mehr als eine Mio. Songs in einer Woche geschafft.

In den Billboard-Charts wird Michael Jackson damit zwar nicht auftauchen, da keines seiner Alben jünger als anderthalb Jahre ist, dafür dominiert er die Katalog-Charts eindrucksvoll: Der King of Pop steht mit seinen Alben auf den ersten neun Plätzen.

Auch die Radiolandschaft sieht seit einer Woche anders aus als sonst: "Billie Jean", "Thriller" und "Rock with you" sind die meist gespielten Songs. Während die 1600 Radiosender, die von der Medienanstalt Nielsen statistisch erfasst werden, in den drei Tagen vor Jacksons Tod nur 94 seiner Songs, liefen sie seither fast ununterbrochen. Alleine für den Todestag registriert Nielsen 1011 Songs. Damit legt Jackson deutlich steiler zu als etwa Nirvana nach dem Tod von Kurt Cobain oder der Rapper Notorious B.I.G. nach dessen Ermordung.

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Abgesehen von den Tantiemen auf Songs und Alben steckt das ganz große Geld für die Jackson-Erben natürlich in der Marke. Der King of Pop wird auch in Zukunft T-Shirts zieren, von Karten und Postern winken und allen möglichen Ramsch verkaufen. Zudem könnte Neverland ein zweites Graceland werden - das so gewaltige wie kitschige Anwesen von Elvis Presley ist auch 30 Jahre nach dessen Tod die Touristen- und Marketingzentrale rund um den King of Rock.

So wird wohl Bewegung in die Forbes-Liste der reichsten toten Prominenten kommen, die seit Jahren von Elvis angeführt wird. Der eine King könnte vom anderen King entthront werden, und damit rutschen die übrigen Kandidaten ab. Zu denen gehört, auf Platz zwei der Liste, der Zeichner Charles M. Schulz, dessen "Peanuts" auch posthum weiterlaufen. Weitere tote Top-Verdiener: Sie jüngst gestorbenen Schauspieler Heath Ledger und Paul Newman, Albert Einstein, Andy Warhol, John Lennon und der deutsch-stämmige Dr. Seuss, dessen Kinderbücher ein ewiger Renner sind.

So tot die Kandidaten sind, so kommt doch immer wieder Bewegung in die Liste. Und nicht nur wenn wieder ein Star stirbt, sondern auch wenn Jubiläen oder andere besondere Ereignisse anstehen: Die Blues-Legende Ray Charles schaffte es etwa erst zwei Jahre nach seinem Tod unter die Top Ten, da der Kinofilm "Ray" für neue Umsätze sorgte. Der Autor J.R.R. Tolkien starb schon 1973, tauchte aber erst vor einigen Jahren bei Forbes auf, als die Trilogie "Herr der Ringe" Millionen einspielte.

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Manche tote Stars indes halten sich jahrelang auf den Spitzenplätzen. Und wenn die jüngsten Zahlen einen Hinweis geben, dann ist klar: Michael Jackson, der King of Pop, wird für lange Zeit einen Spitzenplatz halten.

Quelle: n-tv.de

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