Dax-VorschauKletterkurs keineswegs sicher
Börsianer trauen dem deutschen Aktienmarkt auch in der kommenden Börsenwoche steigende Kurse zu, doch die Angst vor Rückschlägen bleibt groß. In den Fokus der Anleger rücken auf Unternehmensseite vor allem die Zahlen der Finanzgrößen Deutsche Bank und Munich Re.
Die Chancen auf eine Fortsetzung
des Dax-Anstiegs in der neuen Woche stehen nach Einschätzungen von Börsianern gut.
"Impulse sollten sowohl vonseiten der Konjunktur als auch von den Unternehmensberichten
ausgehen", schreiben die Analysten der Landesbank Berlin in einem Kommentar.
"Allerdings sind zwischenzeitliche Konsolidierungen jederzeit möglich, da die
Schuldenkrise noch keineswegs gelöst ist und die Aktienmärkte seit September eine
beeindruckende Rally vollzogen haben." In den vergangenen vier Monaten hat
der deutsche Leitindex gut 20 Prozent zugelegt. In der zu Ende gehenden Woche
waren es 0,6 Prozent.
DaxAuch Tobias Basse, Aktienstratege
der NordLB, erwartet keine größeren Kurssprünge. "Die anstehenden Konjunkturdaten
werden voraussichtlich signalisieren, dass die US-Wirtschaft dynamisch wächst und
der Aufschwung langsam am Arbeitsmarkt ankommt. Dies ist allerdings schon eingepreist."
Analysten sagen für Januar im Schnitt 108.000 neue Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft
voraus, nach 103.000 neuen Jobs im Vormonat. "Ein Risiko stellt dabei der harte
Winter dar, der die Beschäftigung gedämpft haben könnte", betont Commerzbank-Analyst
Christoph Balz. Der Arbeitsmarktbericht soll am Freitag vorgelegt werden. Für die
Stimmungsindikatoren der US-Einkaufsmanager aus Industrie (Dienstag) und Dienstleistungsbranche
(Donnerstag) sagen Experten jeweils einen leichten Anstieg voraus.
Angesichts des anziehenden
Wachstums und der unverändert lockeren Geldpolitik rücke die Inflation wieder stärker
in den Vordergrund, fügt Basse hinzu. Dieses Thema wird voraussichtlich auch bei
der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag die Hauptrolle
spielen. Börsianer werden dabei alle Äußerungen von Notenbank-Chef Jean-Claude Trichet
auf mögliche Hinweise für eine Straffung der Geldpolitik abklopfen. Denn sie gehen
davon aus, dass die Inflation in der Euro-Zone (Veröffentlichung am Montag) im Januar
auf 2,4 von 2,2 Prozent im Vormonat gestiegen ist. "Für Taten ist es noch zu
früh", betont Nord-LB-Experte Basse. Allerdings werde die EZB sicher verbal
Stärke demonstrieren, um sich damit Zeit bis zu einer tatsächlichen Straffung der
Geldpolitik zu erkaufen.
Finanzriesen legen Zahlen vor
Unternehmensseitig konzentriert
sich in der neuen Woche alles auf den Donnerstag. An diesem Tag wollen sowohl Deutsche Bank als auch Munich Re vorläufige
Zahlen zum Geschäftsjahr 2010 veröffentlichen. Außerdem steht die Bekanntgabe des
offiziellen Ergebnisses der ACS-Übernahmeofferte für Hochtief auf der Tagesordnung.
Es gilt als ausgemacht, dass sich der spanische Baukonzern mindestens 30 Prozent
der Anteile an seinem deutschen Konkurrenten gesichert hat.
Am Dienstag wollen Infineon und Deutsche-Post-Konkurrent UPS ihre Bücher öffnen. Von den deutschen
Nebenwerten haben unter anderem Wacker Chemie
(Montag) und Kuka (Mittwoch) die Veröffentlichung
ihrer Bilanzen angekündigt.