Dienstag, 16. Oktober 2007
Inside Wall Street: Kürbis und Weihnachtsmann
Die Börsenkolumne aus New York von Lars Halter
Kürbisfratzen, Totenschädel, Spinnweben
in amerikanischen Läden schaut es derzeit gruselig aus. Halloween steht vor der Tür, und der Einzelhandel ist vorbereitet. Nicht nur auf das Kürbisfest, wohlgemerkt: In den Lagern warten schon die Thanksgiving-Karten und auch die Sonderangebot-Schilder für das Weihnachtsgeschäft sind gedruckt.
Das ist auch notwendig, denn das Weihnachtsgeschäft dürfte in diesem Jahr umkämpfter werden als je zuvor. Damit rechnet der amerikanische Einzelhandelsverband NRF nach einer aktuellen Umfrage. Der Verbraucher spürt, dass das wirtschaftliche Umfeld schwächer wird, fasst NRF-Chefin Tracy Mullin zusammen. Man wird mehr denn je auch Schnäppchen achten, es wird sehr viele Sonderangebote geben.
Das soll nicht heißen, dass der Verbraucher seinen Geldbeutel allzu fest umklammert. Im Gegenteil: Die Weihnachtsausgaben sollen auch in diesem Jahr erneut zunehmen. Der Durchschnitts-Ami will 816,69 Dollar für Geschenke ausgeben und 106,67 Dollar für andere Dinge unter anderem für eigene Einkäufe zu Weihnachtsschnäppchen-Preisen. Insgesamt sollen also pro Verbraucher 923,36 Dollar in die Kassen kommen. Das sind 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr, womit man aber hinter den ursprünglichen Wachstumsprognosen von vier Prozent leicht zurückbleibt.
Die Schnäppchenjagd soll früh losgehen: Während normalerweise der Freitag nach Thanksgiving der erste Tag der Saison ist, wollen mehr als 40 Prozent der Amerikaner dieses Jahr schon vor Halloween die ersten Geschenke kaufen mehr als einen Monat früher als sonst.
Allzu lange dürften sie allerdings für ihre Einkäufe nicht brauchen. Denn die aktuellen Geschenke-Trends lassen eines klar erkennen: Der einst verpönte Geschenkgutschein hat sich zum absoluten Renner unterm Weihnachtsbaum entwickelt. Knapp mehr als die Hälfte aller Verbraucher wünscht sich Geschenkgutscheine, womit alle anderen Kategorien ausgestochen werden. Ebenfalls ganz oben auf den Wunschzetteln: Kleidung, Schmuck, CDs, DVDs und Computerspiele.
Doch nicht nur der Gutschein hat eine Renaissance im Weihnachtsgeschäft erlebt, sondern auf Retail-Seite auch der Discounter. Mehr als zwei Drittel der Amerikaner wollen ihre Weihnachtseinkäufe bei den Billig-Ketten erledigen, womit diese das größte Stück des Kuchens haben. Erneut zulegen wird aber auch das Internet: Mehr als 30 Prozent der Amerikaner kaufen ihre Weihnachtsgeschenke online.
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