Wirtschaft
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Ölpreise klettern mit den Daten: Goldpreis zieht überraschend deutlich an

Die Konjunkturaussichten in Japan, China und den USA hellen sich auf. Im Geschäft mit Rohöl verändern sich die Perspektiven. Die Aussichten versprechen eine anziehende Nachfrage - und damit steigende Preise. Und bei Gold?

Der Goldpreis hat am Dienstagnachmittag unerwartet deutlich zugelegt. Nachdem er am Mittag noch um Notierungen von 1253 Dollar je Feinunze notierte, lag er danach bei 1262 Dollar. inen konkreten Anlass für den Anstieg können Händler allerdings nicht ausmachen.

Auch die Ölpreise zeigten sich gefestigt.Händler verwiesen zur Begründung auf die zuletzt robusten Konjunkturdaten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete 110,13 Dollar. Das sind 14 Cent mehr als zu Wochenbeginn. Der Preis für ein Fass der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 31 Cent auf 104,72 Dollar.

In den vergangenen Tagen hatten Konjunkturdaten aus den drei weltgrößten Volkswirtschaften USA, China und Japan Hoffnungen auf eine schwungvollere globale Konjunktur genährt. Eine anziehende Wirtschaft dürfte die Nachfrage nach Energierohstoffen auf breiter Front beleben.

Erdölsuche im Urlaubsparadies: Spanien gestattet erste Testbohrungen vor Teneriffa.
Erdölsuche im Urlaubsparadies: Spanien gestattet erste Testbohrungen vor Teneriffa.(Foto: dpa)

Die Aussicht auf einen höheren Ölverbrauch bescherte den Notierungen am Rohstoffmarkt spürbaren Auftrieb. Neue Signale zu den Perspektiven auf der Angebotsseite stehen im Lauf der Woche an.

Am Mittwoch kommen in Wien die Vertreter der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) zusammen, um über ihre offizielle Fördermenge zu beraten. Formell wird nicht mit einer Änderung gerechnet. Allerdings dürfte Rohöl-Strategen sehr sensibel auf die zur Veröffentlichung anstehenden Einschätzungen der Opec-Abgesandten reagieren.

"Mit dem Umweltschutz vereinbar"

Die Aussichten auf eine mittelfristig anziehende Nachfrage macht die Erschließung neuer Lagerstätten wieder lohnenswert. Erst Ende Mai genehmigte zum Beispiel die spanische Regierung Probe-Ölbohrungen vor den Küsten der Kanarischen Inseln - und damit inmitten einer stark touristisch genutzten Region.

Der Vorschlag eines internationalen Konsortiums unter Führung des spanischen Konzerns Repsol sei befürwortet worden, teilte das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt in Madrid mit. Die Explorationsbohrungen sollten rund 60 Kilometer vor der Küste der Kanaren stattfinden. Die Entscheidung des Ministeriums zeige, dass die geplanten Bohraktivitäten "mit dem Umweltschutz vereinbar" seien, sagte ein Repsol-Sprecher.

Umweltschutzorganisationen kritisierten das Vorhaben als eine "schwere Bedrohung" für die Umwelt und für den Tourismus, die wichtigste Einnahmequelle der Kanaren. In einer gemeinsamen Erklärung von mehreren Organisationen, darunter Greenpeace, WWF und Birdlife wurde die Entscheidung Madrids als "ungerechtfertigt" bezeichnet.

Erste Untersuchungen aus dem Jahr 2001 hatten Hinweise auf mehrere Ölvorkommen unter dem Meeresboden der Kanaren in Richtung Marokko ergeben. Spanien ist bislang fast vollständig auf den Import von Öl angewiesen. Die kanarische Regionalregierung lehnt das Projekt ab. Sie fürchtet demnach Beeinträchtigungen für die Tourismusindustrie.

Die Kanarischen Inseln, eine Inselgruppe mit sieben Hauptinseln, liegen gut hundert Kilometer westlich von Marokko im Atlantik. Sie werden jährlich von Millionen Touristen besucht.

Quelle: n-tv.de

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