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Mitsubishi legt kräftig zuNikkei nähert sich 10.000 Punkten

03.12.2009, 10:40 Uhr

Die Aktienmärkte in Fernost verzeichnen überwiegend Gewinne. Getrieben von einem schwächeren Yen-Wechselkurs legt die Tokioter Börse kräftig zu und schließt auf dem höchsten Stand seit fünf Wochen.

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(Foto: REUTERS)

Die Aktienmärkte in Fernost haben am Donnerstag überwiegend Gewinne verbucht. Getrieben von einem schwächeren Yen-Wechselkurs legte die Tokioter Börse kräftig zu und schloss auf dem höchsten Stand seit fünf Wochen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index ging 3,9 Prozent im Plus bei 9977 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix gewann 3,4 Prozent auf 888 Punkte. Auch die Börsen in Korea, Hongkong und Singapur legten zu. Der Aktienmarkt in Taiwan blieb kaum verändert, die Börse in Shanghai büßte 0,8 Prozent ein.

Insbesondere ausländische Anleger seien an den japanischen Markt zurückgekehrt, hieß es im Handel. Angefacht sei das rege Interesse an japanischen Aktien durch Medienberichte, wonach die Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft über einen zweiten Nachtragshaushalt finanziert werden sollen. Marktbeobachter rechnen mit einem Umfang in der Größenordnung von 20 Billionen Yen.

Zudem wollen Regierung und Zentralbank die Kooperation im Kampf gegen die Deflation vertiefen. Am Markt habe dies Spekulationen genährt, Japan könne am Devisenmarkt intervenieren, um eine Aufwertung des Yen zu verhindern, hieß es. "Der Handel wurde von den Gesprächen zwischen Regierung und Bank of Japan zur Deflationsbekämpfung beflügelt. Diese mindern die Sorgen über eine Yen-Aufwertung und deuten auf verbesserte Marktbedingungen hin", erläuterte ein Händler.

Mitsubishi sorgt für Gespächsstoff

Neben den makroökonomischen Nachrichten stand jedoch Mitsubishi klar im Fokus des Marktinteresses. Der Automobilkonzern teilte mit, er befinde sich in Gesprächen mit PSA Peugeot-Citroen über eine Beteiligung. Zuvor hatte die Zeitung "Nikkei" berichtet, die Franzosen könnten für bis zu 300 Mrd. Yen neue Aktien von Mitsubishi kaufen und damit einen Anteil von 30 bis 50 Prozent übernehmen. Die Aktie schnellte in der Folge um 13,5 Prozent in die Höhe und zog den gesamten Automobilsektor mit, der auch von der Yen-Schwäche profitierte. Toyota kletterten um 5,6 Prozent und Mazda um 6,7 Prozent. Gefragt waren auch andere Teile des Konglomerats wie Mitsubishi Heavy Industries, UFJ Financial Group und das Handelshaus Mitsubishi.

Dank der günstigen Wechselkursentwicklung waren auch andere Exportwerte gefragt. Sony stiegen um 6 Prozent und Canon um 5,4 Prozent. Japan Tobacco sprangen um 9,7 Prozent. Laut Medienberichten dürfte die Tabaksteuer nicht so deutlich, wie zunächst befürchtet, angehoben werden. Im Sog der deutlichen Aufschläge an der Nasdaq zogen Tokyo Electron um 7,1 Prozent an. Im Aufwind eines neuen Rekordhochs beim Goldpreis waren auch Aktien der Metall-Branche gefragt.

Seoul im Plus

Die Börse in Seoul schloss dank gestiegener Konjunkturhoffnungen fest. Angeführt wurde das Tableau der Gewinner von den Sektoren Technologie und Schiffsbau, die beide von Käufen ausländischer Investoren profitierten. Der Kospi legte den vierten Tag in Folge zu und gewann 1,5 Prozent auf 1615 Punkte.

Am Markt steige der Konjunkturoptimismus, weil im Zuge der Finanzkrise in Dubai mit einer Ausweitung der Konjunkturmaßnahmen gerechnet werde, hieß es im Handel. "Einige Anleger erhoffen sich wegen der Finanzprobleme in Dubai eine Verschiebung der Ausstiegsszenarien aus den Konjunktur stützenden Schritten", erläuterte ein Analyst das positive Sentiment in Südkorea. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die jüngsten Aussagen der japanischen Regierung und Notenbank. "Das sind positive Signale für den Markt."

Unter den Technologiewerten zogen Samsung Electronics um 1,6 Prozent und Hynix Semiconductor um 1,3 Prozent an. LG Electronics verteuerten sich um 8,2 Prozent. Händler sprachen von Hoffnungen hinsichtlich der Markteinführung von neuen multifunktionalen Mobiltelefonen bei LG. Mit Blick auf die Aufschläge im Sektor der Schiffsbauer war von einer technischen Erholung die Rede.

Gewinnmitnahmen in Shanghai

Die Börse in Shanghai beendete belastet von Gewinnmitnahmen im Banken- und Immobiliensektor ihre dreitägige Aufwärtsphase und schloss mit leichten Verlusten. Der Shanghai-Composite, der die Entwicklung von A- und B-Aktien nachvollzieht, büßte 0,2 Prozent auf 3265 Punkte ein. In den drei vorausgegangenen Sitzungen hatte der Leitindex 5,5 Prozent zugelegt. Der Shenzhen-Composite gewann dagegen 0,5 Prozent auf 1234 Zähler. In Hongkong hielt die Aufwärtsbewegung den vierten Tag in Folge an, der HSI legte um 1,2 Prozent auf 22.554 Punkte zu.

Nach Auffassung von Analysten ist der Aufwärtstrend in Schanghai aber weiter intakt. Kurzfristig dürfte der Leitindex bei 3300 Zählern konsolidieren. "Die Sorgen über die Finanzprobleme in Dubai sind verflogen. Aber am Markt gibt es Spekulationen, die chinesischen Regulierungsbehörden könnten den Vorfall zum Anlass nehmen, die Zügel im Immobiliensektor anzuziehen", sagte Händler Wang Junqing von Guosen Securities.

Vor diesem Hintergrund gehörten die Immobilientitel zu den schwächsten. China Vanke büßten 1,5 Prozent ein, nachdem der Kurs an den vergangenen drei Tagen um 4,2 Prozent geklettert war. Poly Real Estate Group verloren 2,2 Prozent, hier hatte das Plus von Montag bis Mittwoch 5 Prozent betragen. Auch im Bankensektor machten Anleger Kasse. Industrial & Commercial Bank of China (ICBC) sanken um 1,3 Prozent und China Construction Bank um 0,7 Prozent. Beide Werte hatten in den letzten Sitzungen deutlich angezogen. In Hongkong gewannen HSBC dagegen 1,4 Prozent.

Gegen den Trend liefen Papiere aus dem Schiffsbausektor. Am Markt wurde auf die am Freitag beginnende Zeichnungsfrist für den Börsengang der China Shipbuilding Industry Co, dem nach Kapazität größten chinesischen Schiffsausrüster, verwiesen. China State Shipbuilding stiegen um 1,8 Prozent und CSSC Jiangnan Heavy Industry um 2,9 Prozent.

Quelle: DJ/rts