Gipfelergebnis erfreut Anleger Öl und Industriemetalle teurer

Nach dem großen EU-Gipfel mit weitreichenden Beschlüssen zur Eindämmung der Schuldenkrise ziehen die Rohstoffpreise kräftig an: Die Konjunktursorgen flauen ab, der Ausblick auf ein stabiles Europa verspricht eine steigende Nachfrage.
Die Gipfel-Beschlüsse zur Bekämpfung der Euro-Krise haben
die Risikofreude der Anleger am Rohstoffmarkt befeuert. Gefragt waren am Donnerstag
vor allem Kupfer und Öl. Den sicheren Hafen Gold umschifften die Investoren dagegen.
"Der Optimismus ist wieder größer, das könnte bei zyklischen Anlageklassen
zumindest kurzfristig für eine Rallye sorgen", sagte Ong Yi Ling, Analyst bei
Phillip Futures.
Die Euro-Länder hatten sich auf ihrem Sondergipfel in
der Nacht auf ein umfassendes Maßnahmenpaket geeinigt, um die in der Euro-Zone grassierende
Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Für Griechenland schnürten sie ein neues
Rettungspaket, das einen Schuldenerlass der privaten Gläubiger von nominal 50 Prozent
der rund 200 Milliarden Euro ausstehenden Staatsanleihen vorsieht. Beschlossen wurde
zudem, die Feuerkraft des Rettungsschirms EFSF zu erhöhen sowie die Banken zu stärken.
Die Erleichterung über die Beschlüsse machte sich vor
allem am Markt für Industriemetalle bemerkbar. Der Kupferpreis legte in der Spitze
um drei Prozent auf 7910 Dollar je Tonne zu. Auch Nickel, Zink, Blei oder Zinn verteuerten sich deutlich. Die Preise für
das US-Öl WTI und das Nordsee-Öl Brent kletterten um bis zu 2,5
und knapp zwei Prozent auf 92,43 beziehungsweise 110,96 Dollar je Fass.
Experten bezweifelten allerdings, dass die Preise für
Öl und Kupfer nachhaltig nach oben gehen. "Ja, wir haben jetzt endlich einen
Lösungsweg, aber es dürfte noch dauern, bis die beschlossenen Maßnahmen auch umgesetzt
werden", sagte ein Händler. Bis dahin könnte sich schnell wieder Verunsicherung
breit machen, die die Risikofreude der Anleger erneut dämpfen dürfte. "Der
Profiteur sollte dann wieder Gold sein."
Am Donnerstag gab der Preis
für das Edelmetall jedoch erst einmal leicht nach. Gold verbilligte sich um 0,3 Prozent auf 1713 Dollar je Feinunze, nachdem
es im Sog der übrigen Rohstoffe unmittelbar nach der Gipfel-Einigung noch auf ein
Fünf-Wochen-Hoch von 1728,11 Dollar gestiegen war.