Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Iran treibt die Preise: Öl wird teurer

Die Rohstoffpreise legen weiter zu. Die Märkte hoffen auf ein Anziehen der Weltkonjunktur. Öl verteuert sich aber auch wegen des Vorgehens des Iran im Atomstreit.

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Rohöl kostet an den internationalen Börsen so viel wie seit rund neun Monaten nicht mehr. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent wurde in London für 120,80 Dollar gehandelt. Das waren 1,22 Dollar mehr als zu Handelsschluss am Freitag. Ein Barrel der in New York gehandelten Sorte Light Sweet Crude kostete im elektronischen Handel 105,35 Dollar, 2,11 Dollar mehr als am Freitag.

Als Grund nannten Händler und Analysten das Vorgehen des Iran im Atomstreit. Das Land war dem von der EU beschlossenen Ölembargo am Sonntag zuvorgekommen und will Öllieferungen an französische und britische Firmen stoppen. Die betroffene Menge ist zwar verschwindend gering, die Börsianer werteten den Schritt aber als Drohung gegen andere EU-Staaten wie Italien, Spanien und Griechenland, die stärker von iranischem Öl abhängig sind. Am Montag drohte der Iran genau dies an. Das Land ist der viertgrößte Ölexporteur der Welt.

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Die Ölpreise stiegen nach Ansicht der Analysten und Händler aber auch, weil die Chancen für eine starke Wirtschaft gut seien. Als Indiz dafür nannten sie den für Montagabend erwarteten Beschluss der EU-Finanzminister, weitere Milliardenhilfen für Griechenland freizugeben. Hinzu kommen gelockerte Bestimmungen für Banken in China, aufgrund derer diese nun mehr Kredite vergeben können - was die Wirtschaft ebenfalls befeuern könnte.

Die Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage gab auch anderen Rohstoffen Auftrieb. "Ein Großteil der durch die Senkung der Mindestreserve-Anforderungen frei werdenden Mittel wird voraussichtlich in Kredite für Infrastruktur- und Kapital-Investitionen fließen", sagt Analyst Ham Sung-sik von Daishin Securities. "Dies treibt die Nachfrage und Preise für Rohstoffe."

Kupfer notierte 1,4 Prozent fester bei 8290,25 Dollar je Tonne und Gold gewann 0,7 Prozent auf 1734,56 Dollar je Feinunze.

Auch zahlreiche Agrar-Rohstoffe verteuerten sich. So markierte Palmöl mit 3276 Ringgit (820 Euro) je Tonne ebenfalls ein Achtmonatshoch. Hier verstärkten charttechnische Faktoren den Kursanstieg, sagt Analystin Selena Leong von DMG & Partners Research.

Quelle: n-tv.de

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