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Gold weiter gefragtÖlpreis zieht wieder an

27.08.2010, 16:10 Uhr
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Ist und bleibt der sichere Hafen: Gold (Foto: REUTERS)

Die Investoren am Rohstoffmarkt haben bei ihren Geschäften zum Wochenausklang vor allem die düsteren Perspektiven für die US-Wirtschaft vor Augen. Industriemetalle werden daher verkauft, während Gold weiter hoch im Kurs steht. Auch der Ölpreis zieht leicht an.

Das Fass US-Öl der Marke WTI verteuerte sich um 17 Cent auf 73,02 Dollar. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg um 37 Cent auf 77,39 Dollar. Händlern zufolge hielten einige Investoren das Preisniveau für attraktiv und kauften deshalb zu. Wegen der schlechten Prognosen für die US-Wirtschaft sind viele Marktteilnehmer aber nicht auf einen weiteren Preisanstieg eingestellt. "Fundamental sieht es sehr schlecht aus", sagte Analyst Jonathan Barratt von Commodity Broking Services in Sydney. Falls US-Notenbankchef Ben Bernanke in seiner Rede am späten Nachmittag in Jackson Hole neue Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft in Aussicht stelle, könnten die Preise zwar anziehen. "Aber falls wir eher schlechte Nachrichten bekommen, dann könnte der Preis schnell unter 70 Dollar fallen."

Der Goldpreis stabilisierte sich: Die Feinunze des Edelmetalls kostete, wie schon im späten Vortagesgeschäft, um 1.235 Dollar. Der Goldpreis ist seit Ende Juli trotz eines festeren Dollar um gut sechs Prozent gestiegen. Das Erreichen der Rekordstände vom Juni bei knapp 1.265 Dollar scheint nach Einschätzung der Commerzbank nur noch eine Frage der Zeit. Zum einen beginne in Indien die Feiertags- und Hochzeitssaison, welche in der Regel mit einer stärkeren Goldnachfrage einhergeht. Andererseits dürfte auch die Investmentnachfrage angesichts der anhaltenden Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung anhalten.

Das nahende Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan hat den Preis für Palmöl in die Höhe getrieben. Der November-Kontrakt auf dieses als Lebensmittel und Biokraftstoff verwendete Pflanzenfett stieg nach dem zweiprozentigen Vortagesplus um rund ein Prozent auf 2549 Ringgit (rund 640 Euro). Sojaöl verteuerte sich um 0,5 Prozent auf knapp 40 US-Cent je Pfund. Wegen der bevorstehenden Feiertage in den muslimisch geprägten Hauptanbau-Ländern Malaysia und Indonesien müsse mit einem Versorgungsengpass gerechnet werden, sagte ein Händler in Kuala Lumpur. "Daher werden die Preise in den ersten zehn Tagen des September eher steigen." Der Ramadan endet am 8. September. Dieses Ereignis wird anschließend drei Tage lang gefeiert. Der Preis für Kupfer gab um gut 50 Dollar auf 7248 Dollar je Tonne nach.

Spekulationen um die Höhe der US-Ernte haben den Preis für Mais am Freitag erneut angeschoben. Der September-Kontrakt baute sein dreiprozentiges Vortagesplus um 0,5 Prozent auf 4,19 Dollar je Scheffel aus. "Die US-Maiserträge werden voraussichtlich geringer ausfallen als die bisherigen Prognosen", sagte Rohstoff-Experte Brett Copper vom Vermögensberater FCStone. Gleichzeitig sei mit einer starken Nachfrage zu rechnen.

Weizen verteuerte sich nach den Kursverlusten vom Wochenbeginn ebenfalls weiter. Der Future auf US-Weizen notierte ein Prozent fester bei 6,63 Dollar je Scheffel. Hier richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die Frage, ob Russland wegen der Ernteausfälle als Folge der Jahrhundert-Dürre Getreide importieren muss. Der russischen Agrarwirtschaftsministerin Jelena Skrinnik zufolge verfügt ihr Land über ausreichende Weizen-Reserven.

Quelle: sla/rts/DJ