Samstag, 10. April 2010
Wall-Street-Vorschau: Potenzial nach oben
Die 11.000 Punkte hat der Dow in schon mal kurz gerissen. Jetzt wird mit Spannung erwartet, wie sich der Rest der Schwergewichte im letzten Quartal so geschlagen hat.
In der kommenden Woche ergießt sich eine Flut von Zahlen und Konjunkturdaten über die Wall Street.
(Foto: picture alliance / dpa)
Der Aktienmarkt in den USA wird in der kommenden Woche frischen Wind von der beginnenden Berichtssaison erhalten. Nach einer starken Woche mit Gewinnen warten die Anleger nun darauf, ob die Zahlen der Schwergewichte wie Alcoa, Intel und Google die Erwartungen erfüllen können. Aufgrund der Zuwächse der jüngsten Zeit ist die Luft nach oben jedoch dünn geworden. Eine Rally an den Börsen wird Experten zufolge schwer zustande kommen, obwohl Reuters-Daten zufolge die im S&P-500 notierten Unternehmen für das abgelaufene Quartal im Durchschnitt um 36,8 Prozent höhere Gewinne als im Vorjahreszeitraum präsentieren werden.
Im vierten Quartal hatten 72 Prozent aller Firmen mit ihren Geschäftszahlen die Erwartungen von Analysten übertroffen. In einem Durchschnittsquartal gelingt dies lediglich 61 Prozent aller Unternehmen.
In der vergangenen Woche hatten die großen Indizes die sechste Woche in Folge an Boden gewonnen. Eine solche Serie hat es seit März vergangenen Jahres nicht mehr gegeben. Der Dow Jones legte 0,6 Prozent auf 10.997 Punkte zu, der S&P gewann 1,4 Prozent auf 1194 Zähler und die Nasdaq erhöhte sich um 2,1 Prozent auf 2454 Stellen. "Die Aktienmärkte haben sich erheblich von ihren Februar-Tiefständen erholt", sagte Analyst Michael Sheldon von RDM Financial. Raum für überzogene Kurshoffnungen gibt laut den meisten Experten allerdings nicht.
Dow-Schwergewicht Alcoa leitet traditionell die Berichtssaison ein. Am Montag wird der Aluminiumhersteller seine Bilanzdaten vorlegen. Neben Intel und Google kommen nächste Woche auch Zahlen von General Electric und JPMorgan Chase. "Die Reaktion auf einige dieser Geschäftszahlen wird sehr wichtig sein. Wenn es keine Dämpfer gibt und der Handel zulegt, wird wohl eine weitere Welle an Käufern in den Markt drängen", sagte Analyst Nick Kalivas von MF Global.
Zwar wird die Berichtssaison im Fokus des Börsengeschehens stehen, jedoch stehen auch auf der Konjunkturseite wichtige Parameter an. So werden die US-Verbraucherpreise und das Beige Book veröffentlicht. Zudem gibt es Daten über die Industrieproduktion, die Einzelhandelsumsätze, Einfuhrpreise und die US-Handelsbilanz. Mit Spannung wird die Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke vor einem Kongressausschuss am Mittwoch erwartet. Die Fed hat sich zuletzt immer wieder dazu bekannt, den Leitzins zunächst nahe Null halten zu wollen.
Auch das Thema Griechenland wird die Anleger weiter beschäftigen. Informationen über die Entwicklung der Schuldenkrise des Mittelmeerlandes sind an den Märkten begehrt. Erst am Freitag hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit um zwei Noten auf schlechte BBB- herabgestuft.
rts
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