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Staatsanleihen begehrtRückenwind für den Euro

17.08.2010, 15:35 Uhr

Ein guter Tag für die Gemeinschaftswährung: Die Auktionen spanischer und irischer Bonds verlaufen problemlos. Wenn nur nicht noch die Konjunktursorgen wären.

Euro-Qualitaetskontrolle
Ein Mitarbeiter des Gelddruck- und Chipkartenkonzerns Giesecke & Devrient (München) bei der Qualitätskontrolle von Druckbögen mit Zehn-Euro-Scheinen. (Foto: picture alliance / dpa)

Mit Erleichterung haben die Renten- und Devisenmärkte

auf das rege Interesse an neuen irischen und spanischen Staatsanleihen reagiert.

Die überraschend zurückhaltende Einschätzung der Konjunkturaussichten durch die

Börsenprofis bremste allerdings die Erholung des Euro. Die Gemeinschaftswährung

konnte die psychologisch wichtige Marke von 1,29 US-Dollar nur kurzzeitig überwinden

und kostete am Nachmittag 1,2883 Dollar.

Der schwache ZEW-Index spiegle die höheren Kursschwankungen

an den Finanzmärkten wider, sagte Devisenstratege Ian Stannard von der BNP Paribas.

"Dies macht es dem Euro schwer, seine Kursgewinne zu halten." Seine Kollegin

Lauren Rosborough von der Westpac Bank betonte allerdings, dass das Stimmungsbarometer

des Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung auch positive Aspekte enthalte.

Außerdem könne die positiv verlaufenden Auktionen irischer und spanischer Anleihen

die Stimmung nicht komplett eintrüben. Ohne nachhaltigen Einfluss auf die Kurse

blieben die US-Konjunkturdaten.

Der ZEW-Index, der die Konjunktur-Erwartungen der Finanzmarktprofis

für die kommenden Monate misst, sank im August überraschend stark auf 14,0 Punkte.

Analysten hatten mit einem Stand von 21,0 Zählern gerechnet. Allerdings lag der

Index der Einschätzung der aktuellen Lage mit 44,3 Stellen fast doppelt so hoch

wie erwartet.

Emissionen kommen gut an

Irland erhielt für seine beiden angebotenen Anleihen

im Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro Gebote, die jeweils mehr als drei Mal so

hoch waren. Die spanischen Emissionen im Gesamtvolumen von 5,5 Milliarden Euro waren

ebenfalls mehrfach überzeichnet. Außerdem gingen hier die Renditen zurück. Als Reaktion

sanken die Renditeaufschläge für die zehnjährigen irischen Bonds im Vergleich zur

entsprechenden Bundesanleihe auf 301 Basispunkte von 310 Basispunkten am Vortag

zurück. Die spanischen Spreads verringerten sich ebenfalls.

"Da sollte man aber nicht allzu viel hineinlesen",

warnte ING-Rentenstratege Padhraic Garvey. Mittelfristig müsse mit einer Fortsetzung

der Rekordjagd bei den als sicher geltenden Bundesanleihen und damit auch wieder

steigenden Spreads gerechnet werden. Grund seien die trüben Konjunkturaussichten

und die anhaltende Verunsicherung um die Entwicklung der europäischen Schuldenkrise.

Der Bund-Future notierte 30 Ticks tiefer bei 131,76 Punkten, nachdem er am Vortag

auf ein Rekordhoch von 132,30 Stellen gestiegen war.

Quelle: rts