Wirtschaft
Rasant wachsende Metropole: Nachdenklich blickt dieser junge Mann über den Huangpu auf die Skyline von Shanghai.
Rasant wachsende Metropole: Nachdenklich blickt dieser junge Mann über den Huangpu auf die Skyline von Shanghai.(Foto: REUTERS)

Olympus steigt, HTC sackt ab: Tokio schließt im Minus

Der Brüsseler Aufschub für Athen löst im fernöstlichen Aktienhandel keine Begeisterungsstürme aus. In Tokio steht der Nikkei mit den Rezessionswarnungen der Regierung sichtlich unter Druck. In Taipeh fahren die Aktien von HTC Achterbahn.

Die asiatischen Märkte zeigen sich am zweiten Handelstag der Woche weiter von den Sorgen rund um das Thema "Fiskalklippe" in den USA belastet. Besonders in Australien geht es deutlich abwärts, und auch in Japan konnte der zunächst schwächere Yen den Aktien nur kurzzeitig Auftrieb verleihen.

Die Märkte scheinen aber inzwischen wenigstens einen Boden gefunden zu haben, meinte ein Beobachter. Seit Obamas Wiederwahl vergangene Woche hätten die Börsenbarometer nämlich teils deutlich nach unten tendiert. Der Abgabedruck auf japanische Titel habe sich nun immerhin abgeschwächt.

In Tokio gab der Nikkei-Index 0,2 Prozent auf 8661 Zähler ab. Am Vortag hatten schwache einheimische Wirtschaftsdaten zum dritten Quartal das Börsenbarometer noch deutlicher nach unten gezogen.  Der breiter gefasste Topix-Index schloss unverändert mit 722 Zählern. Die Börse in Shanghai notierte 1,6 Prozent schwächer. Auch die Märkte in Hongkong, Seoul, Taiwan  und Sydney verbuchten Abschläge.

In Tokio gehörten vor allem Exportwerte zu den Verlierern. Die Aktien des Technologiekonzerns Toshiba verloren 1,5 Prozent. Die Papiere des Autobauers Suzuki gaben 2,7 Prozent nach. Die Titel des Elektronikkonzerns Panasonic büßten 1,3 Prozent ein.

Aktien des Smartphone-Herstellers HTC brachen in Taiwan um rund 6 Prozent ein, nachdem die Papiere in fünf Tagen um satte 15 Prozent zugelegt hatten. Die Anleger schauen inzwischen wieder auf den ziemlich düsteren Ausblick für den Elektronikkonzern, hieß es. Die am Wochenende verkündete Einigung im Patentstreit mit Apple sei bereits wieder abgehakt.

Neben der finanziellen Lage in den USA beherrscht weiterhin die Zukunft Griechenlands die Börsianergespräche. Trotz einer Streckung der Sparauflagen um zwei Jahre bleiben aus der Sicht der Investoren in wichtigen Punkten noch schwerwiegende Fragezeichen. Die Anleger in Australien reagierten verunsichert und trieben den ASX-200 auf ein Vier-Wochen-Tief von unter 4410 Zählern. "Es gab keine Verbesserungen in der europäischen Staatsschuldenkrise oder bei der US-Fiskalklippe", sagte Analyst James Rosenberg von Macquarie Private Wealth in Australien.

In Australien sackten Papiere von QBE Insurance abermals ab, diesmal um 6,1 Prozent nach 8,3 Prozent in der Vortagessitzung. UBS und Morgan Stanley haben ihre Bewertung für den Versicherer herabgestuft, nachdem das Unternehmen eine Gewinnwarnung wegen Hurrikan Sandy ausgesprochen hatte.

Ansonsten blickten die Märkte gebannt nach Peking zum Kongress der Kommunistischen Partei. Es wird erwartet, dass in der größten Volkswirtschaft Asiens auf dem Parteitag nunmehr die neue Führungsspitze des Landes präsentiert wird. Mehr Klarheit über die neue Staatsführung könnte die Unsicherheit über die neue politische Richtung verringern, meinte ein Marktteilnehmer. Dies wiederum könnte die Anlegerstimmung für das Reich der Mitte heben.

Von der Wall Street kamen kaum Vorgaben. Der Dow Jones notierte zu Wochenbeginn kaum verändert. Immerhin: Es gab Anzeichen für eine geringere Risikoaversion. Trotzdem verteuerte sich der Yen, der von den Märkten gerne als sicherer Hafen angesteuert wird. Der US-Dollar fiel von 79,49 auf 79,31 Yen.

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Quelle: n-tv.de

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