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Warum eigentlich?US-Börsen im Plus

27.01.2009, 22:17 Uhr

Den zweiten Tag in Folge konnten sich die US-Börsen leicht verbessern - die Gründe sind unklar. Aus dem konjunkturellen Umfeld und von Seiten der Unternehmen gibt es fast ausschließlich schwache Zahlen.

Den zweiten Tag in Folge konnten sich die US-Börsen am Dienstag leicht verbessern - die Gründe sind unklar, denn die Nachrichtenlage ist schlecht. Aus dem konjunkturellen Umfeld und von Seiten der Unternehmen gibt es fast ausschließlich schwache Zahlen, die die Bullen aber zurzeit nicht aus dem Konzept bringen. Der allgemeine Trend bleibt dennoch bärisch.

Sowohl technische Analysten als auch diejenigen Experten, die lieber auf fundamentale Nachrichten achten, sind sich einig, dass die US-Märkte in den nächsten Wochen eher weiter abrutschen dürften.

Am Dienstag stellten sich die Indizes allerdings gegen den Trend: Der Dow-Jones-Index verbesserte sich um 58 Zähler oder 0,7 Prozent auf 8174 Punkte, der marktbreite S&P-500-Index legte um 9 Zähler oder 1,1 Prozent auf 845 Punkte zu. Die Hightech-orientierte Nasdaq kletterte um 15 Zähler oder 1 Prozent auf 1504 Punkte.

Die gute Stimmung führen Marktbeobachter weiterhin auf die unerwartet guten Immobiliendaten vom Montag zurück. Da waren die Hausverkäufe steigend gemeldet worden, allerdings mit dem Verweis, dass sich angesichts fallender Preise vor allem Schnäppchenjäger bei Zwangsversteigerungen bedient hätten. Das bestätigte sich mit einem Blick auf die Häuserpreise, die zuletzt um 18 Prozent gefallen sind.

Runter ging es auch mit dem Verbrauchervertrauen, das für den Januar mit einem Rekordtief von 37,7 Punkten gemessen wurde.

Größter Gewinner im Dow war die Aktie von American Express mit einem Plus von rund 10 Prozent. Das Unternehmen hatte am Vorabend einen Gewinneinbruch um fast 80 Prozent bekannt gegeben hatte, steht damit aber besser da als befürchtet. Der Finanzriese hat schlechte Kredite abgeschrieben und berichtet über fallende Kreditkartenumsätze. Umso erstaunlicher, dass das Unternehmen so gut berichtet, geben sich die Analysten der Citigroup skeptisch.

Doch auch andere Werte legten nach schlechten Nachrichten munter zu: Der Chemieriese DuPont und der Stahlkonzern US Steel warnen beide vor dem laufenden Quartal und dem Geschäftsjahr 2009. Beide Aktien schlossen allerdings im Plus.

Auch den Druckerhersteller Lexmark hinderte ein Quartalsverlust von 600 Mio. Dollar nicht an einem leichten Plus; die Aktie verbesserte sich um 0,5 Prozent.

Texas Instruments legten um 3,7 Prozent zu. Das Unternehmen hat im vierten Quartal einen Gewinneinbruch um 85 Prozent erlitten und rechnet mit anhaltenden Schwierigkeiten in der Branche. Die Aktie hält sich dennoch im Plus, denn Anleger honorieren die jüngsten Bemühungen des Managements, die Kosten zu senken: Texas Instruments entlässt 3400 Mitarbeiter.

Tief abwärts ging es hingegen für Delta Air Lines. Das Unternehmen legte in seiner Quartalskonferenz einen Verlust von 1,4 Mrd. Dollar vor, und die Anleger verkauften: Das Flieger-Papier schloss mit einem Minus von 20 Prozent.