Schwarze Weihnachten werden wahrUS-Börsen legen drauf

Kurz vor Weihnachten will die Wall Street es noch einmal wissen. Mit ordentlichen Kurszuwächsen verabschieden sich die Indizes allesamt mit einer positiven Wochenbilanz. Der S&P 500 legt noch eins drauf und weist mit seiner Jahresperformance pünktlich zum Fest schwarze Zahlen aus.
Mit einem deutlichen Plus haben sich die Kurse an Wall Street am Freitag in die Weihnachtsfeiertage verabschiedet. Händler sprachen von einer "kleinen Weihnachtsrally". Beflügelt wurde die Stimmung vor allem von der Verabschiedung eines Kompromisses im Steuerstreit durch den US-Kongress. Der Senat und das Repräsentantenhaus billigten eine zwischen Demokraten und Republikanern ausgehandelte Lösung, wonach die zum Jahresende auslaufenden Steuererleichterungen vorerst um zwei Monate verlängert werden sollen. Aber auch positive US-Konjunkturdaten sorgten für Kauflaune. In den letzten Handelsminuten zogen die Kurse noch einmal deutlich an.
Der Dow Jones Industrial legte vor dem langen Weihnachtswochenende um 1 Prozent auf 12.294 Punkte zu. Auf Wochensicht gewann der Index damit 3,6 Prozent. Der breiter gefasste S&P 500 stieg am Freitag um 0,9 Prozent auf 1265,33 Punkte. Auf Jahressicht weist er damit erstmals wieder eine positive Kursentwicklung auf. Der Nasdaq-Composite gewann 0,7 Prozent bzw. 19 Punkte auf 2619 Zähler.
Gestützt wurde der Handel unter anderem durch US-Konjunkturdaten. So erhöhten sich die US-Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter im November gegenüber dem Vormonat um 3,8 Prozent, während Ökonomen nur einen Anstieg um 3,0 Prozent erwartet hatten. Die Bestellungen für zivile Investitionsgüter ohne Flugzeuge fielen allerdings um 1,2 Prozent. Sie gelten als eine wichtige Messgröße für die Ausgaben der Unternehmen und sind nun zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen. Die US-Neubauverkäufe legten dagegen bereits den dritten Monat in Folge zu. Die Ausgaben der US-Verbraucher haben sich im Monat November weniger stark als erwartet erhöht.
"Damit haben die US-Konjunkturdaten die jüngste positive Entwicklung fortgesetzt", so ein Analyst. Dies habe bei den Investoren die Hoffnung weiter verstärkt, dass sich die US-Konjunktur auf einem guten Weg befindet. Beim S&P-500 stand vor allem die Marke von 1.258 Punkten im Visier, bei welcher der Index in das Jahr 2011 gestartet war. Das diese auf Schlusskursbasis wieder überwunden wurde, sei ein "psychologisch wichtiges Signal". Teilnehmer begründeten die steigenden Kurse aber auch mit dem zum Quartals- und vor allem Jahresende zu beobachtendem "Window-Dressing", also Positionsanpassungen durch große Fonds.
Bei den Einzelwerten im Dow legten Bank of America um 2,4 Prozent auf 5,60 US-Dollar zu und waren damit stärksten Wert. Die Aktie setzte somit die positive Entwicklung des Vortages fort. Walt Disney gewannen 2 Prozent auf 37,70 US-Dollar und AT&T erhöhten sich um 0,7 Prozent auf 29,87 US-Dollar. Nach dem geplatzten Deal mit T-Mobile USA hat AT&T nun grünes Licht für eine andere Übernahme erhalten: Die US-Aufsichtsbehörde FCC genehmigte dem Telekomkonzern die Übernahme eines Mobilfunkspektrums von Qualcomm für 1,9 Mrd US-Dollar.
Rambus stiegen um 12,1 Prozent auf 8,21 US-Dollar. Die Aktie wurde von einer Lizenzvereinbarung beflügelt. Der Halbleiterkonzern hat sich mit Broadcom auf eine fünfjährige Patent-Lizensierung geeinigt, die alle juristischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Chipunternehmen abdeckt. Broadcom schlossen dagegen unverändert.
Auch Eastman Kodak waren gesucht, die Aktie kletterte um 9,5 Prozent auf 0,69 US-Dollar. Anleger signalisierten mit dieser Kursreaktion ihre Zustimmung zur jüngsten Personalentscheidung des krisengeschüttelten Foto- und Druckkonzerns. Mit Wirkung zum 1. Januar 2012 ernannte das Unternehmen Laura Quatela zur Präsidentin. Sie wird an der Seite von Philip Faraci agieren, der weiterhin als Präsident im Amt bleibt.