Dax-VorschauUngemütlich in den September

Die Lage am deutschen Aktienmarkt bleibt angespannt: Beobachter rechnen auch in der kommenden Woche mit anhaltender Unsicherheit. Der Dax, so heißt es unter Analysten, könnte sogar auf ein neues Jahrestief fallen.
Anspannung und Unsicherheit werden wohl auch in der neuen Woche die Gefühlswelt der Aktienanleger beherrschen. Denn die Märkte dürften weiter im Bann einer ganzen Reihe von Problemen - wie etwa die Schuldenkrise in Europa und die Angst vor einer konjunkturellen Abkühlung - stehen.
Eine kurzfristige Erholung erwarten Aktienstrategen deshalb zunächst nicht. "Auf kurze Sicht ist weiter Vorsicht geboten", glauben die Experten der LBB. Der Dax könne sogar auf ein neues Jahrestief fallen. Markus Reinwand von der Helaba ist ebenfalls skeptisch. "Der September könnte ungemütlich werden."
In der zu Ende gehenden Woche hat der Dax trotz aller Turbulenzen knapp 1 Prozent gewonnen. Im vergangenen Monat ist er allerdings um knapp 20 Prozent eingebrochen. Damit geht der So lief der August an der Börse als einer der schwärzesten Börsenmonate in die Geschichte des Dax ein.
Börsianer sind sich einig, dass der Leitindex diesen Verlust nicht so schnell wieder aufholen wird. Zudem zehrten die teils deutlichen Schwankungen an den Nerven der Anleger. Auch hier geben die Experten vorerst keine Entwarnung. "Da die Unsicherheit hoch bleiben dürfte, wird es wohl auch weiter deutliche Kursausschläge geben", sagt Reinwand.
Lage der US-Konjunktur lässt Anleger nicht los
Tobias Basse von der NordLB sieht mittelfristig allerdings Chancen. "Wo soll man investieren, wenn nicht in Aktien? Alles was sicher ist, wie etwa Gold, ist schon teuer. Darum wird man um Aktien nicht herumkommen. Man muss nur wahrscheinlich nicht unbedingt jetzt einsteigen."
Eines der vorherrschenden Themen am Aktienmarkt wird in der neuen Woche weiterhin die Angst vor einer Rezession in den USA sein. Eine konjunkturelle Abkühlung der weltgrößten Volkswirtschaft würde sich auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken.
"Der Markt ist im Moment eine Wette auf die US-Konjunktur", stellt Basse fest. Umso genauer beäugen Anleger Wirtschaftsdaten aus den USA. Am Montag bleiben die US-Börsen wegen eines Feiertages ("Labor Day") geschlossen.
Am Dienstag steht der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor deshalb im Mittelpunkt des Börsengeschehens. Im Vorfeld befragte Experten erwarten eine leichte Abschwächung des Indikators im Vergleich zum Vormonat.
Am Mittwoch veröffentlicht zudem die US-Notenbank Fed ihren mit Spannung erwarteten Konjunkturbericht, das sogenannte "Beige Book".
Vorhang auf für Trichet
Ein wichtiges Ereignis in Europa steht in der neuen Woche mit der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am kommenden Donnerstag an. Analysten rechnen zwar damit, dass die EZB den Leitzins bei 1,5 Prozent belassen wird.
Besonderes Augenmerk wird dabei allerdings wieder auf den Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sein, der wie üblich am Nachmittag nach der Sitzung die Entscheidung der Währungshüter erläutern wird.
"Auf der kommenden Pressekonferenz dürfte Trichet seine Zuhörer darauf vorbereiten, dass die EZB keine Zinsänderungen auf den kommenden Sitzungen plant, ohne allzu weit in die Zukunft zu blicken", erwartet Michael Schubert von der Commerzbank.
Stühlerücken im MDax
Auf der Unternehmensseite dürfte es in der neuen Woche eher ruhig bleiben. Am Montag überprüft die Deutsche Börse planmäßig die Zusammensetzung ihrer Aktienindizes. Im Dax werden keinen Änderungen erwartet.
Als Abstiegskandidaten aus dem MDax gelten unter Indexexperten Praktiker und Demag Cranes. Aufsteigen könnte Deutz.