Freitag, 27. August 2010
Bernanke sei Dank: Wall Street atmet auf
Die US-Börsen verzeichnen zum Wochenausklang ein kräftiges Plus. Der Dow Jones überspringt locker die 10.000-Punkte-Marke. Auftrieb kommt vor allem durch Aussagen von Fed-Chef Bernanke. Die Notenbank steht demnach für weitere stützende Maßnahmen bereit.Die US-Börsen haben am Freitag nach der jüngst kräftigen Talfahrt zur Rallye angesetzt. Der Leitindex Dow Jones Industrial Average (DJIA) übersprang mit Leichtigkeit wieder die Marke von 10.000 Punkten.
Auftrieb kam vor allem von Aussagen des US-Notenbankchefs während einer Konferenz in Jackson Hole. Die Fed steht nach den Worten ihres Präsidenten Ben Bernanke für weitere stützende Maßnahmen bereit, falls sich der Wachstumsausblick der Wirtschaft signifikant eintrüben sollte.
Diese Aussage und auch, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal weniger stark nach unten revidiert wurde als befürchtet, sorgten für Erleichterung. Zudem half nach Ansicht von Börsianern, dass der weltgrößte Chiphersteller Intel seine Umsatzprognose nicht so deutlich senkte, wie teilweise am Markt erwartet worden sei.
Der DJIA stieg um 1,65 Prozent auf 10 150,65 Punkte und schloss damit knapp unter seinem kurz zuvor erreichten Tageshoch. Auf Wochensicht gab der Leitindex damit 0,6 Prozent ab. Der breiter gefasste S&P-500-Index mit plus 1,66 Prozent auf 1064,59 Punkte ins Wochenende. Der Nasdaq-Composite-Index rückte um 1,65 Prozent auf 2153,63 Punkte vor und verlor damit auf Wochensicht 1,2 Prozent.
Intel, ein Stimmungsbarometer für die Geschäftsentwicklung in der Computerbranche, senkte seine Umsatzprognose für das dritte Quartal um rund eine Milliarde Dollar auf nun "etwa 11 Milliarden Dollar". Dabei verwies der Chiphersteller auf die nachlassende Nachfrage von Privatkunden nach PC. Die Aktie legte daraufhin um 1,05 Prozent auf 18,37 Dollar zu.
Weiterhin hielt zudem der Übernahmekampf um 3Par den Markt in Atem. Wie bei einer Auktion überboten sich die beiden Wettbewerber Dell und Hewlett-Packard (HP) im Abstand von nur wenigen Stunden gegenseitig. Aus ursprünglich 1,2 Milliarden Dollar für den Speicherspezialisten 3Par wurden inzwischen 2,0 Milliarden Dollar. Dabei hat HP inzwischen die Nase wieder vorn, denn als Dell an diesem Nachmittag sein Angebot auf 27,00 Dollar je Aktie anhob und damit mit der HP-Offerte von Donnerstagabend gleichzog, erhöhte HP prompt auf 30,00 Dollar. Das Brisante: Dell gehört bereits ein Drittel an 3Par.
3Par profitierten erneut und sprangen um 24,70 Prozent auf 32,46 Dollar hoch. Damit ist der Kurs der Aktie seit dem 16. August, als Dell erstmals ein Gebot für 3Par abgab, um 235 Prozent in die Höhe geschnellt. Im DJIA büßten HP am Freitag zugleich 0,58 Prozent auf 38,00 Dollar ein. Dell stiegen im Nasdaq 100 um 1,19 Prozent auf 11,89 Dollar.
dpa
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