Wirtschaft

Arbeitsmarkt als Gradmesser: Wall Street blickt voraus

Die amerikanischen Börsen präsentieren sich freundlich. Positive Unternehmensergebnisse und Konjunkturdaten sorgen für Kursgewinne. Aber die Skepsis bleibt - mindestens bis Freitag.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Leicht über den Erwartungen liegende Konjunkturdaten und gute Zwischenbilanzen haben der Wall Street zu Kursgewinnen verholfen. Die drei Leitindizes tendierten im Plus. Der Blick auf die am Freitag erwarteten Arbeitsmarktdaten dämpfte jedoch das Geschäft.

Der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte tendierte 0,4 Prozent im Plus bei 10.680 Zählern. Der breiter gefasst S&P500 legte um gut 0,6 Prozent auf 1127 Stellen zu. Der technologieorientierte Nasdaq gewann sogar 0,9 Prozent auf 2304 Zähler. Von den unerwartet positiven Konjunkturdaten aus den USA angezogen ging der Dax mit 6331 Punkten und damit auf dem höchsten Niveau seit September 2008 aus dem Handel.

Daten, Fakten, Zahlen

Die Beschäftigung im privaten Wirtschaftssektor ist im Juli stärker gestiegen als erwartet. Wie der Arbeitsmarkt-Dienstleister ADP berichtete, wurden gegenüber Mai 42.000 Stellen geschaffen. Volkswirte hatten mit einem Plus von nur 39.000 Stellen gerechnet. Der ADP-Bericht stützt sich auf etwa 430.000 US-Unternehmen mit rund 24 Millionen Beschäftigten und lehnt sich an die Methodik des Bureau of Labor Statistics (BLS) an, das den offiziellen Arbeitsmarktbericht für die USA herausgibt.

Der Arbeitsmarktbericht des BLS wird am Freitag veröffentlicht. Hier erwarten Ökonomen einen Rückgang der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft von 60.000, die Arbeitslosenquote sehen sie bei 9,6 Prozent. Im Juni hatte sich der Jobverlust auf 125.000 belaufen.

Der ISM-Index des Dienstleistungsgewerbes wurde für Juli mit 54,3 Punkten berichtet und damit besser als erwartet. Die Subkomponenten fallen gemischt aus, wobei der Beschäftigungsindex leicht auf 50,9 von 49,7 steigt. Zur Mitte des Jahres verliert die Erholung nach Einschätzung der Helaba an Dynamik. Allerdings fällt der Schwungverlust geringer aus als befürchtet, wie sich bereits mit den Daten des Verarbeitenden Gewerbes gezeigt hat. Zudem sollte beachtet werden, dass die Einkaufsmanagerindizes komfortabel in der Expansionszone liegen.

Dabei waren die am Mittwoch vorgelegten Zahlen zum Dienstleistungssektor und zum Beschäftigungsaufbau in der Privatwirtschaft besser als erwartet. Insbesondere die Zahlen zur Beschäftigung seien ein Hoffnungsschimmer für Freitag, sagte Analystin Kim Caughey von Fort Pitt Capital Group. Die hohe Arbeitslosigkeit sorge aber unverändert für Zurückhaltung bei den Verbrauchern mit negativen Folgen für den Handel.

EA und Time Warner überraschen

Bei den Einzelwerten lagen die Aktien des Mediengiganten Time Warner gut 0,3 Prozent im Plus. Der Konzern hatte zuvor eine Umsatz- und Gewinnsteigerung bekanntgegeben und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Gefragt waren auch die Anteilsscheine des Videospiele-Produzenten Electronic Arts, der von der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika profitierte. Vor allem die "Fifa"-Fußball-Videospiele trugen dazu bei, dass der US-Konzern im ersten Quartal wieder die schwarzen Zahlen erreichte. Die Aktie verteuerte sich um mehr als 7 Prozent.

Trotz eines Erfolgs bei der Bekämpfung der Ölpest notierten die in New York gehandelten Aktien von BP im Minus. Dem Energiekonzern gelang mehr als drei Monate nach dem Untergang der Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko, die Quelle mit Schlamm zu verschließen.

Barnes & Noble-Kurs bricht ein 

Verkaufspläne ließen den Aktienkurs von Barnes & Noble zeitweise um 22 Prozent auf 15,61 Dollar haussieren. Wie der Buchhändler mitteilte, prüft der Board verschiedene strategische Möglichkeiten, darunter den Verkauf des Unternehmens. Zur Begründung wurde auf den niedrigen Marktwert des Unternehmens verwiesen, dessen Aktienkurs seit Jahresbeginn um 33 Prozent gefallen ist.

Quelle: n-tv.de

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