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Lichtblick im SchuldensturmWall Street hilft Dax ins Plus

01.06.2010, 17:45 Uhr

Zum Glück gibt es Amerika: Der deutsche Aktienmarkt kann nach Eröffnung der US-Börsen aufatmen. Nach deutlichen Verlusten noch am Mittag wagt sich der Dax wieder in positives Terrain und kann dieses auch halten.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Erneute Sorgen über eine Verschärfung der europäischen Schuldenkrise haben den Dax lange Zeit fest in ihrem Bann gehalten. Erst die Eröffnung der Wall Street und ein nur leicht gefallener ISM-Index in den USA stützen den Dax. Zum Handelsende stand ein Plus von 0,3 Prozent bei 5981 Zählern zu Buche. Das Tagestief betrug 5834 Punkte.

Schwache Vorgaben aus Fernost und enttäuschende Konjunkturzahlen aus China drückten lange Zeit auf die Stimmung. Zudem machte sich Unsicherheit breit, wie der Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler an den Märkten in New York aufgenommen wird, nachdem die dortigen Börsen am Montag feiertagsbedingt geschlossen waren. "Man würfelt sich heute die entsprechenden Nachrichten zusammen und bekommt dann ein entsprechendes Bild", sagte ein Händler.

Wenig Beachtung fanden die besser als erwartet ausgefallenen Daten vom deutschen Arbeitsmarkt. Dagegen schauten viele Anleger nach dem Aufwärtstrend der vergangenen Tage wieder vermehrt auf die Schuldenkrise in der Eurozone. Die Kreditausfallversicherungen auf italienische und französische Staatsanleihen verteuerten sich. Ablesbar war die Angst der Investoren auch am Volatilitätsindex, der die Stimmung der Dax-Anleger messen soll und um 9,5 Prozent nach oben ging.

Mehrere Gewinner

SAP warteten mit den stärksten Gewinnen auf: 1,8 Prozent. SAP zeigten sich wie bereits am Montag mit Relativer Stärke. "Die Aktie ist von Barron's in den Blick gerückt worden", so ein Händler. Das Magazin hat SAP in einer Liste besonders aussichtsreicher europäischer Titel genannt. Daneben habe auch Cheuvreux SAP am Morgen auf eine Liste aussichtsreicher Aktien genommen nach der Empfehlung "Underperformer" zuvor. Das Kursziel liege bei 41,50 Euro nach 36 Euro.

Am deutlichsten gaben Infineon nach mit mehr als vier Prozent. Salzgitter und ThyssenKrupp, die lange Zeit ebenfalls die Verliererliste mit anführten, drehten dagegen noch ins Plus und warteten mit - wenn auch nur - leichten Gewinnen auf. Händler verwiesen bei Salzgitter und ThyssenKrupp auf Zahlen des österreichischen Konkurrenten Voestalpine. Salzgitter verloren rund ein Prozent, ThyssenKrupp 0,3 Prozent.

Voestalpine ist im Geschäftsjahr 2009/10 wegen der Rezession der Gewinn massiv eingebrochen. Im Ende April abgelaufenen Geschäftsjahr sank der Gewinn auf 187 Mio. Euro nach 612 Mio. Euro im Jahr zuvor, wie das Unternehmen mitteilte. Die Linzer kürzen erneut die Dividende und zahlen 0,50 Euro je Aktie, nach einer Halbierung auf 1,05 Euro im Jahr zuvor.

EZB-Bericht drückt Banktitel

Nach dem EZB-Bericht über zu erwartende milliardenschwere Abschreibungen bei Banken in der Euro-Zone gerieten Finanztitel unter Druck. Die Papiere der Commerzbank und der Deutschen Bank gaben in der Spitze rund drei Prozent nach. Aber auch sie erholten sich am späten Nachmittag wieder. Deutsche Bank schlossen 0,5 Prozent tiefer, Commerzbank 1,5 Prozent.

Wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montagabend mitgetteilt hatte, dürften in den Büchern der Geldhäuser bis Ende 2011 schätzungsweise noch Abschreibungen auf faule Kredite in Höhe von 195 Mrd. Euro schlummern.

BP-Aktie leckt kräftig

BP kämpft weiter mit der Ölpest der "Deepwater Horizon" vor der US-Küste im Golf von Mexiko. Bisher hat die Umweltkatastrophe den Konzern rund 1 Mrd. Dollar gekostet. Allerdings lag allein der Überschuss des vergangenen Quartals bei mehr als 6 Mrd. Dollar. Die Anleger flüchten dennoch: Der Kursrutsch, der gestern bereits mehr als sieben Prozent betrug, legte noch einmal 3,5 Prozent drauf.

Quelle: bad/rts/DJ