Archiv

Weihnachtsgeschäft beginntWall Street schwächer

27.11.2009, 20:00 Uhr

Die Verunsicherung wegen der Finanzprobleme des Emirats Dubai erreicht die US-Börsen. Vor allem Banken- und Rohstoffwerte geraten an dem verkürzten Handelstag unter Druck.

Wall-Street
Oje, was war denn da in Dubai los? (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der von einigen Marktteilnehmern befürchtete Absturz an den US-Börsen blieb jedoch aus. Die Furcht von Anlegern vor Kredit-Ausfällen oder anderen Gefahren für die Wirtschaft ebbten ab. Im Blickfeld waren zum Start des US-Weihnachtsgeschäfts nach dem Feiertag Thanksgiving zudem Einzelhandelswerte wie Wal-Mart und Macy's.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel um 1,5 Prozent auf 10.309 Punkte, nachdem er zwischen 10.231 und 10.452 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,7 Prozent auf 1091 Zähler. Der Composite der Technologiebörse Nasdaq büßte 1,7 Prozent ein auf 2138 Punkte. Für die Gesamtwoche ergibt sich damit ein Minus von 0,1 Prozent beim Dow und von 0,4 Prozent beim Nasdaq-Index, während der S&P nahezu unverändert blieb.

Da die US-Börsen wegen des Feiertags Thanksgiving am Donnerstag geschlossen waren, war es die erste große Reaktion der Wall Street auf die am Mittwoch bekanntgewordenen Zahlungsschwierigkeiten des einstigen Boom-Emirats Dubai. Der Umsatz blieb bedingt durch die Abwesenheit vieler Börsianer dünn. Zudem standen weder Unternehmens- noch Konjunkturdaten auf dem Terminplan. Die Dubai-Krise sei zwar ein Thema, aber kein wirklicher Schock, sagte ein Händler. Die heftigen Marktreaktionen seien eher auf den Zeitpunkt der Nachricht zurückzuführen.

Zu den Verlierern in New York gehörten Finanztitel wie Branchenprimus Bank of America und JPMorgan Chase. BoA-Titel gaben drei Prozent ab, die von JPMorgan knapp zwei Prozent. Citigroup verloren 2,6 Prozent, Goldman Sachs verbilligten sich um 2,8 Prozent. Der Branchenindex Select Sector SPDR Financial ETF fiel um 2,8 Prozent.

Für Interesse sorgte auch der Auftakt des Weihnachtsgeschäfts, das traditionell mit Thanksgiving beginnt. Da die Lage der US-Wirtschaft zu einem Großteil von den Ausgaben der Verbraucher abhängt, dürfte die Ausgabenfreude der Amerikaner entscheidenden Einfluss auf die noch fragile Erholung haben. Konsumausgaben machen in den USA etwa 70 Prozent der Wirtschaft aus.

Der Einzelhändler Macy's erklärte, die ersten Signale aus den Geschäften zum Weihnachtsgeschäft seien gut. Es sei aber nicht zu erwarten, dass die Verbraucher in dieser Saison mehr Geld ausgeben würden als im Vorjahr. Die Macy's-Aktie büßte 3,4 Prozent ein. Das Papier des Konkurrenten Wal-Mart fiel um 0,6 Prozent.

Quelle: jga/rts/dpa