Kim- und EZB-SorgenWall Street setzt Talfahrt fort
Nach einem freundlichen Start drehen die US-Börsen ins Minus. Auf die Stimmung drückt eine Warnung der EZB, zudem weckt der Tod des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il Sorgen vor einer Destabilisierung der Region.
Nach den Verlusten der Vorwoche
haben die US-Börsen ihre Talfahrt fortgesetzt. Vor allem Bankentitel kamen unter
die Räder. Die Warnung der Europäischen Zentralbank (EZB) vor erheblichen Risiken
für die Finanzbranche der Euro-Zone habe für Verkäufe gesorgt, sagten Händler. Zudem
kamen nach dem Tod des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il auch an der Wall
Street Sorgen vor einer Destabilisierung der Region auf. Gewinne bei Verbraucher-
und Gesundheitstitel begrenzten allerdings die Verluste.
Der Dow-Jones-Index der
Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 11.766
Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1205 Punkten, ein Minus
von 1,2 Prozent. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,3 Prozent
und ging mit 2523 Punkten aus dem Handel.
EZB-Präsident Mario Draghi
sagte vor dem Europaparlament, die Banken dürften vor allem im ersten Quartal 2012
Schwierigkeiten bei der Refinanzierung haben. "Obwohl er nicht danach gefragt
wurde, hat Draghi diesen Punkt hervorgehoben", sagte Ken Polcari von ICAP Equities
in New York. "Das ist eine schlechte Nachricht und der Markt reagiert auf die
schlechte Nachricht." In dem halbjährlichen EZB-Finanzstabilitätsreport hieß
es zudem, die Stabilität des Finanzsystems der europäischen Währungsunion sei in
Gefahr. Die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenbruchs von Großbanken sei zuletzt gestiegen.
Darüber hinaus sorgte ein "Wall Street Journal"-Bericht für Unsicherheit,
wonach die US-Notenbank die US-Geldhäuser zu einer höheren Eigenkapital-Quote drängen
will als per Gesetz vorgesehen.
Auf breiter Front gaben
Finanztitel nach: Citigroup verloren 4,6 Prozent, Morgan Stanley 5,4 Prozent. Die
Bank of America schloss vier Prozent tiefer und rutschte erstmals seit knapp drei
Jahren unter fünf Dollar. Auch die Aktien der Bank Wells Fargo konnten sich nicht
gegen den Markttrend behaupten und verloren 2,6 Prozent. Das Institut kaufte die
Tochter Burdale der Bank of Ireland für etwa 690 Millionen Euro. Burdale ist auf
den Verkauf von Darlehe spezialisiert, die mit Vermögenswerten abgesichert werden.
Auch der weltgrößte Baumaschinen-Hersteller
Caterpillar verlor leicht, obwohl er im November gegenüber dem Vorjahr 30 Prozent
mehr verkauft hatte. In Nordamerika, Europa und Asien zogen die Geschäfte deutlich
an, lediglich in Lateinamerika fiel das Wachstum langsamer aus.