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Kim- und EZB-SorgenWall Street setzt Talfahrt fort

19.12.2011, 22:25 Uhr

Nach einem freundlichen Start drehen die US-Börsen ins Minus. Auf die Stimmung drückt eine Warnung der EZB, zudem weckt der Tod des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il Sorgen vor einer Destabilisierung der Region.

Nach den Verlusten der Vorwoche

haben die US-Börsen ihre Talfahrt fortgesetzt. Vor allem Bankentitel kamen unter

die Räder. Die Warnung der Europäischen Zentralbank (EZB) vor erheblichen Risiken

für die Finanzbranche der Euro-Zone habe für Verkäufe gesorgt, sagten Händler. Zudem

kamen nach dem Tod des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il auch an der Wall

Street Sorgen vor einer Destabilisierung der Region auf. Gewinne bei Verbraucher-

und Gesundheitstitel begrenzten allerdings die Verluste.

Der Dow-Jones-Index der

Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 11.766

Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1205 Punkten, ein Minus

von 1,2 Prozent. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,3 Prozent

und ging mit 2523 Punkten aus dem Handel.

EZB-Präsident Mario Draghi

sagte vor dem Europaparlament, die Banken dürften vor allem im ersten Quartal 2012

Schwierigkeiten bei der Refinanzierung haben. "Obwohl er nicht danach gefragt

wurde, hat Draghi diesen Punkt hervorgehoben", sagte Ken Polcari von ICAP Equities

in New York. "Das ist eine schlechte Nachricht und der Markt reagiert auf die

schlechte Nachricht." In dem halbjährlichen EZB-Finanzstabilitätsreport hieß

es zudem, die Stabilität des Finanzsystems der europäischen Währungsunion sei in

Gefahr. Die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenbruchs von Großbanken sei zuletzt gestiegen.

Darüber hinaus sorgte ein "Wall Street Journal"-Bericht für Unsicherheit,

wonach die US-Notenbank die US-Geldhäuser zu einer höheren Eigenkapital-Quote drängen

will als per Gesetz vorgesehen.

Auf breiter Front gaben

Finanztitel nach: Citigroup verloren 4,6 Prozent, Morgan Stanley 5,4 Prozent. Die

Bank of America schloss vier Prozent tiefer und rutschte erstmals seit knapp drei

Jahren unter fünf Dollar. Auch die Aktien der Bank Wells Fargo konnten sich nicht

gegen den Markttrend behaupten und verloren 2,6 Prozent. Das Institut kaufte die

Tochter Burdale der Bank of Ireland für etwa 690 Millionen Euro. Burdale ist auf

den Verkauf von Darlehe spezialisiert, die mit Vermögenswerten abgesichert werden.

Auch der weltgrößte Baumaschinen-Hersteller

Caterpillar verlor leicht, obwohl er im November gegenüber dem Vorjahr 30 Prozent

mehr verkauft hatte. In Nordamerika, Europa und Asien zogen die Geschäfte deutlich

an, lediglich in Lateinamerika fiel das Wachstum langsamer aus.

Quelle: sla/rts