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Job-Schock vertreibt AnlegerWall Street sieht rot

08.07.2011, 22:35 Uhr

Nach der Hoffnung kommt der Fall: Der US-Arbeitsmarkt entwickelt sich im Juni deutlich schwächer als zuletzt angenommen und zieht damit die Kurse an den US-Börsen in den Keller.

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(Foto: REUTERS)

Eine herbe Enttäuschung über die lahme Entwicklung am

US-Arbeitsmarkt hat zu Verlusten an der Wall Street geführt. Ein äußerst

geringer Stellenaufbau versetzte der Hoffnung einen Stich, dass die

amerikanische Wirtschaft zuletzt wieder an Schwung gewonnen haben könnte. Der

Schrecken der Anleger war umso größer, weil erst am Donnerstag eine Umfrage

zahlreiche neue Jobs signalisiert hatte.

Außerhalb der Landwirtschaft wurden im Juni in den USA unter

dem Strich insgesamt nur 18.000 Stellen geschaffen. Analysten hatten für Juni

ein Plus von 90.000 erwartet. "Die Zahlen unterstreichen, dass sich die

US-Wirtschaft derzeit in einer Wachstumsdelle befindet. Von einer spürbaren

Belebung am Arbeitsmarkt kann keine Rede sein", schrieb Helaba-Analystin

Viola Stork in einem Kommentar.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,5 Prozent

schwächer bei 12.657 Punkten aus dem Handel, nachdem er im Handelsverlauf

zwischen 12.567 und 12.717 Zählern geschwankt hatte. Der breiter gefasste

S&P-500 verlor 0,7 Prozent auf 1343 Zähler. Der Index der Technologiebörse

Nasdaq büßte 0,5 Prozent auf 2859 Stellen ein. Im Wochenvergleich legte der

Dow-Jones-Index 0,6 Prozent zu, der S&P-Index 0,3 Prozent und die Nasdaq 1,6

Prozent. In Frankfurt beendete der Dax den Handel mit einem Minus von 0,9

Prozent auf 7402 Punkten.

Neben den Arbeitsmarktdaten schauten Marktteilnehmer

gespannt auf die Entwicklung des Schuldenstreits in den USA. Präsident Barack

Obama hatte in einem Spitzengespräch mit den Parteispitzen betont, er werde

keiner kurzfristigen Ausweitung der Schuldengrenze zustimmen. Die

Verhandlungspartner wollen auch am Wochenende versuchen, eine Lösung zu finden.

Unternehmensnachrichten waren am Freitag rar gesät.

Lediglich Google stand nach einer Herabstufung durch Morgan Stanley im Fokus.

Die Aktie gab rund drei Prozent nach. Nach Einschätzung von Morgan Stanley

werden die ehrgeizigen Expansionspläne des Konzerns einen beträchtlichen Teil

der bislang sprudelnden Gewinne aufzehren. Zudem meldete Morgan Stanley Zweifel

an, ob Googles neuere Geschäftszweige wie DoubleClick, Android Market und

YouTube wirklich einen nennenswerten Beitrag zum Umsatz des Konzerns liefern

können. Eine Kooperation mit Google machten dagegen die Titel von Local.com zu

einem der wenigen Gewinner des Tages: Die Titel der auf lokale Ergebnisse

spezialisierten Suchmaschine schossen um mehr als zwölf Prozent in die Höhe.

Von den schwachen Arbeitsmarktdaten waren direkt die Titel

der Online-Arbeitsagentur Monster Worldwide betroffen, die rund drei Prozent

ihres Wertes einbüßten. Auch viele Banktitel gehörten zu den Verlierern - so

rutschten die Aktien der Bank of America um mehr als zwei Prozent ab. Die

Papiere von Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp fielen um fast vier

Prozent. Das Unternehmen kämpft mit einem Abhörskandal in England und möglichen

Schwierigkeiten bei der Übernahme des britischen Satellitensenders BSkyB.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,77

Milliarden Aktien den Besitzer. 880 Werte legten zu, 2075 gaben nach und 118

blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,61 Milliarden

Aktien 843 im Plus, 1722 im Minus und 102 unverändert.

Quelle: rts