Wirtschaft
Viel los an der Wall Street
Viel los an der Wall Street(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Osten rückt näher: Wall Street wieder tiefer

Nach einem sehr kurzen Abstecher ins Minus präsentiert sich die Wall Street lange positiv. Am Ende stehen dann aber doch wieder die Verluste. Zu den Konjunktur- und Haushaltssorgen bricht sich auch immer mehr die Angst vor einer Eskalation der Situation im Nahen Osten Bahn.

Die US-Börsen haben am Donnerstag ihre Verlustserie fortgesetzt. Vor allem die Bilanz des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart und die Zuspitzung der Lage im Nahen Osten lastete auf dem Markt. Von den aktuellen Konjunkturdaten gingen ebenfalls keine Kaufimpulse aus.

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Darüber hinaus gab es keine Signale auf eine Einigung im US-Haushaltsstreit. Präsident Barack Obama blieb beim Thema "Fiskalklippe" hart, bei der Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen Anfang 2013 im Volumen von rund 600 Mrd. Dollar vorgesehen sind. Dadurch könnte die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen.

"Es gibt nicht so viel, das Investoren davon überzeugen könnte, dass es aufwärtsgeht", sagte Analyst Kim Forrest von Fort Pitt Capital Group. Schon am Dienstag und am Mittwoch hatten die US-Börsen nachgegeben.

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer bei 12.542 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 12.496 und 12.600 Stellen gependelt. Auch der breiter gefasste S&P-500 gab 0,2 Prozent nach auf 1353 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,4 Prozent auf 2836 Stellen.

Viel Konjunktur, wenig Impulse

Wegen der verheerenden Folgen des Wirbelsturms "Sandy" beantragten in der vergangenen Woche so viele Amerikaner Arbeitslosenhilfe wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Die Zahl stieg auf 439.000 und übertraf die Erwartung von Ökonomen von 375.000 deutlich. Dagegen lagen sie mit ihrer Projektion für die Verbraucherpreise richtig. Die Inflation zog leicht um 0,1 Prozent zum Vormonat an.

Im Nahen Osten kamen am Donnerstag bei einem Raketenangriff der radikal-islamischen Hamas drei Israelis ums Leben, israelische Kampfjets bombardierten weiter Ziele in und um Gaza-Stadt. Die Gefechte könnten sich zu einem offenen Krieg ausweiten. Aktien von Energieunternehmen wie Halliburton  tendierten höher. Unterbrechungen der Öl-Lieferungen aus dem Nahen Osten könnten den Preis für den Rohstoff verteuern. Davon würden Energieunternehmen profitieren. Ein Fass der Sorte Brent wurde 1,2 Prozent höher bei 111 Dollar gehandelt.

Wegen der verheerenden Folgen des Wirbelsturms "Sandy" beantragten in der vergangenen Woche so viele Amerikaner Arbeitslosenhilfe wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Die Zahl stieg auf 439.000, erwartet worden waren lediglich 375.000. Zuversicht konnte auch die Industrie nicht verbreiten: Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia fiel auf minus 10,7 Zähler von 5,7 Punkten im Vormonat.

Wal-Mart und Target

Wal-Mart steigerte im dritten Quartal seinen Umsatz zwar um 3,4 Prozent auf 113,2 Mrd. Dollar. Experten hatten im Schnitt aber 115 Mrd. vorhergesagt. Der Konzern spürt wegen der unsicheren Wirtschaftslage die Zurückhaltung der Verbraucher in vielen Ländern, etwa in den USA, China und Japan. Die Aktie verlor 3,6 Prozent.

Die Papiere des Rivalen Target stiegen indes um 1,7 Prozent. Das Unternehmen lockte Kunden mit einem größeren Angebot an Lebensmitteln und Rabatten, der Gewinn im Quartal stieg deutlicher als erwartet.

Von Viacom bis NetApp

Der MTV-Mutterkonzern Viacom konnte in einem schwierigen Werbeumfeld seinen Quartalsgewinn steigern. Die Aktien stiegen um 2,6 Prozent.

Deutlich nach unten ging es auch mit den Titeln von Diamond Foods, die sich um 21,2 Prozent reduzierten. Der Hersteller von Knabberwaren rutschte in der dritten Periode in die Verlustzone.

Die Aktie von NetApp verbesserte sich dagegen um 11,3 Prozent, der Datenspeicherer überzeugte mit einem positiven Ausblick und guten Zweitquartalszahlen.

Mit einer leichten Erholung von den jüngsten Abgaben zeigten sich im Dow-Jones-Index auch die Bankenwerte. So gewannen die Aktien der Bank of America 1,1 Prozent und die Titel von JP Morgan legten um 0,3 Prozent zu.

Quelle: n-tv.de

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