Ifo strahlt bis ÜberseeWall Street zieht kräftig an

Der deutsche Ifo-Index macht auch den amerikanischen Anlegern Mut, einheimische Konjunkturdaten tun ihr übriges. Dow und Nasdaq ziehen ins Plus.
Die lange vermisste Weihnachtsrally
scheint endlich in Gang gekommen zu sein - das ließen am Dienstag zumindest die
kräftigen Kursaufschläge an Wall Street vermuten. Positive Konjunkturdaten dies-
und jenseits des Atlantiks und eine gut verlaufene spanische Anleiheauktion hellten
die Stimmung an der Wall Street auf.
Der Dow-Jones-Index für
30 Industriewerte verbuchte mit einem Plus von 2,9 Prozent auf 12.103 Punkte den
größten Tagesgewinn im Dezember. Der S&P-500 legte um 3 Prozent auf 1241 Zähler
zu, während der Nasdaq-Composite 3,2 Prozent auf 2604 Punkte gewann.
Sowohl aus Europa als auch
aus den USA gab es am Berichtstag positive Konjunkturmeldungen. In Deutschland stieg
der ifo-Geschäftsklima-Index im Dezember unerwartet an, während in den USA die Zahl
der Baubeginne die Prognosen im November deutlich übertroffen und den höchsten Stand
seit 19 Monaten erreicht hat.
Dazu gesellte sich eine
gut verlaufene Auktion spanischer Staatsanleihen. Zwar handele es sich nur um Kurzläufer,
die ansonsten wenig Beachtung fänden, merkte ein Analyst an, fügt aber hinzu: "Angesichts
der anhaltenden Furcht vor einer weiteren Ausbreitung der Schuldenkrise im Euroraum
wirken aber auch solche Meldungen wie Balsam für die geschundenen Anlegernerven."
Wie bereits unlängst hat Spanien erneut deutlich mehr Papiere an den Markt gebracht
als geplant.
Ansonsten stellte sich der
Markt auf ein allmählich ruhiger werdendes, abflauendes Vorweihnachtsgeschäft mit
fallenden Umsätzen ein. "Ich glaube nicht, dass zwischen heute und dem Neujahr
viel Interessantes passieren dürfte", sagte Mike Lenhoff von Brewin Dolphin.
Der Markt könne angesichts des geringen Umsatzes schon mit kleinen Meldungen in
eine Richtung getrieben werden.
Im Dow legten Zykliker zu.
Caterpillar gewannen 5,1 Prozent und JP Morgan 4,9 Prozent. Ein stark anziehender
Ölpreis verhalf den Papieren des Ölmultis Chevron zu einem Plus von 4 Prozent, der
Subindex der Energiewerte im S&P 500 stieg ebenfalls um 4 Prozent.
AT&T zogen um 1,3 Prozent
an, nachdem der Telekommunikationskonzern am Vortag die geplante Übernahme von T-Mobile
USA abgeblasen hatte. Die Aktie des AT&T-Konkurrenten Sprint Nextel verteuerte
sich um 9,3 Prozent.
Besser als erwartet ausgefallene
Quartalsergebnisse von Jefferies verhalfen der Aktie zu einem Kurssprung von 22,9
Prozent. Die Investmentbank will ferner die Bilanz um rund ein Viertel verkürzen
und die Verschuldung reduzieren. Unlängst war Jefferies wegen des Engagements in
europäischen Staatspapieren unter Druck geraten.
Red Hat verloren unterdessen
8,9 Prozent. Das Nettoergebnis im dritten Geschäftsquartal war hinter den Erwartungen
der Analysten zurückgeblieben.
Die Papiere von SAP-Rivale
Oracle, der nach Marktschluss Zahlen zum zweiten Quartal verkündet, zogen um 1,9
Prozent an. Nike zeigten sich vor dem nachbörslichen Quartalsausweis unterdessen
0,3 Prozent fester.