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Kleines Happy EndWoche endet mit Rally

16.01.2009, 22:15 Uhr

Nach einem wahren Feuerwerk an schlechten Nachrichten hat die Wall Street zum Wochenausklang noch mal eine kleine Rally hingelegt. Selbst desaströse Zahlen aus der Finanzbranche konnte den versöhnlichen Ausklang nicht verhindern.

Trotz schwacher Konjunkturdaten und katastrophaler Zahlen von den großen Banken hatten die US-Börsen einen guten Start in den Freitagshandel. Skeptiker drückten die Kurse am Mittag ins Minus, bevor eine Rally zum Wochenschluss für einen versöhnlichen Abschluss sorgte. Dennoch: Für die abgelaufene Woche und das neue Jahr notiert die Wall Street im Minus.

Der Dow-Jones-Index kletterte am Freitag um 67 Zähler oder 0,8 Prozent auf 8280 Punkte, während sich der marktbreit aufgestellte S&P-500-Index um 6 Zähler oder 0,7 Prozent auf 850 Punkte verbessern konnte. Die Hightech-orientierte Nasdaq schloss mit einem Plus von 17 Zählern oder 1,1 Prozent bei 1529 Punkten.

Auf Wochensicht haben die Blue Chips um 3,7 und der S&P-500-Index um 4,6 Prozent abgegeben, die Nasdaq verbucht ein Minus von 2,5 Prozent.

Das war ein besseres Ergebnis als viele Anleger zum Wochenschluss zu hoffen gewagt hatten, denn schon vor Handelsbeginn hatte eine Flut schlechter Nachrichten den Handel dominiert. So ist die Industrieproduktion in den USA im Dezember um zwei Prozent eingebrochen und im vierten Quartal um fast zwölf Prozent. Die Kapazitätsauslastung ist von 75 auf rund 73 Prozent gesunken.

Die Analysten der Citigroup gehen unterdessen davon aus, dass die Arbeitslosigkeit erst in 2010 ihren höchsten Stand erreichen wird, und zwar bei mehr als neun Prozent. Andere Analysten warnen hingegen seit einiger Zeit, dass die Arbeitslosigkeit auch deutlich über zehn Prozent steigen könnte. Damit zeichnet sich ein spannender Handelstag ab, denn frühe Gewinne für die US-Indizes scheinen zunächst nicht stabil.

Auch auf Unternehmensseite standen schlechte Nachrichten im Vordergrund, nachdem zwei Dow-notierte Branchenriesen schockierende Zahlen vorgelegt hatten. Die Citigroup blickt für das vergangene Quartal auf einen Verlust von 8,3 Milliarden Dollar und schneidet deutlich schlechter ab als befürchtet. Die Regierung stabilisiert den Konzern allerdings mit Kreditgarantien über rund 300 Milliarden Dollar, mit denen schlechte Anlagen abgesichert werden. Die einst weltgrößte Bank gibt zudem eine Spaltung in zwei Teile bekannt.

Die Bank of America hat im vierten Quartal 1,8 Milliarden Dollar verloren und meldet damit ebenfalls deutlich unter den Erwartungen. Die Regierung schießt der Bank 20 Milliarden Dollar aus dem Rettungsfond zu und gibt Garantien über einen Kredit-Pool mit einem Gesamtwert von 118 Milliarden Dollar. Die Aktien von Citigroup und Bank of America kletterten im frühen Handel zunächst, gehörten letztlich aber zu den Verlierern. Bank of America war mit einem Abschlag von 12 Prozent der größte Verlierer im Dow, Citigroup verlor 3 Prozent; der Branchenkollege JP Morgan verlor 5 Prozent.

Weitere Dow-Verlierer waren American Express und Hewlett-Packard sowie die Pharmazeuten Johnson & Johnson und Merck.

Die Stärke für den Dow kam derweil aus dem Öl- und Industriesektor. ExxonMobil und Chevron profitierten von einem leichten Anstieg des Ölpreises und verbesserten sich um jeweils rund 1,8 Prozent.

Größte Gewinner waren Boeing und United Technologies sowie die Aktie von Intel. Der Chiphersteller hatte am Morgen einen Gewinneinbruch um 90 Prozent bekanntgegeben. Damit wurden die jüngst zurückgefahrenen Erwartungen allerdings getroffen, was Anleger honorierten.

Die Wall Street geht nun in ein langes Wochenende: Am Montag ist Martin Luther King Day, und die Börse bleibt geschlossen. Am Dienstag wird Barack Obama als 44. Präsident der USA vereidigt; die Aktienmärkte dürften an diesem historischen Tag nur eine untergeordnete Rolle spielen.