Montag, 09. Januar 2006
Marktkräfte in EU stärken: Ackermann fordert Sozialabbau
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat mehr Einheit in Europa und eine Stärkung der Marktkräfte gefordert. "Europa kann nur dann sein Gewicht in der Weltwirtschaft und in der Weltpolitik zur Geltung bringen, wenn es mit einer Stimme spricht", sagte Ackermann beim Neujahrsempfang der IHK. Im Umgang mit den wirtschaftlichen und technologischen Herausforderungen müssten die Europäer mehr Mut auch zu unpopulären Entscheidungen aufbringen.
Dabei müsse die Balance zwischen sozial und Markt neu justiert werden. Die Marktkräfte müssten entschieden gestärkt werden. "Hier brauchen wir dringend eine Kehrtwende", sagte der Bankchef. "Wir müssen akzeptieren, dass der Staat in der globalisierten Welt nicht mehr alles regeln kann." Denn er sei nicht mehr die Lösung, sondern vielfach die Ursache mangelnder wirtschaftlicher Dynamik.
Deutschland kommt nach Ansicht von Ackermann dabei eine Vorreiterrolle zu. "Als größte Volkswirtschaft der EU trägt es Verantwortung nicht allein für seine Bürger, sondern für Europa im Ganzen." Die neue Bundesregierung stehe deshalb vor "mutigen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen", wenn sie Deutschland auf einen dauerhaften Wachstumspfad zurückbringen wolle, sagte der Vorstandssprecher der Deutschen Bank.
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