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Auftragsbücher wieder vollerAdidas spürt Reebok-Kauf

08.05.2007, 08:07 Uhr

Der Sportartikelhersteller Adidas hat im ersten Quartal dieses Jahres wegen einer neuen Werbekampagne weniger verdient als noch ein Jahr zuvor. Das Betriebsergebnis sei um acht Prozent auf 229 Millionen Euro zurückgegangen, teilte der Herzogenauracher Konzern mit. Das Nettoergebnis lag mit 128 Millionen Euro elf Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Für den Sportartikelhersteller Adidas zahlt sich die Übernahme des amerikanischen Konkurrenten Reebok schneller aus als gedacht. Nach einer Neuausrichtung der angeschlagenen Marke füllen sich erstmals seit der 3,2 Mrd. Euro teuren Übernahme die Reebok-Auftragsbücher wieder. An der Börse setzte sich die Adidas-Aktie mit deutlichem Abstand an die Spitze der Dax-Gewinner.

"Der Zusammenschluss mit Reebok fängt nun an, sich bezahlt zu machen, und wir konnten bereits die ersten Umsatz- und Kostensynergien realisieren", erklärte Adidas-Chef Herbert Hainer. Die Marke gesunde zusehends. "Wir erwarten in den kommenden Quartalen moderates Wachstum bei den Aufträgen für Reebok", fügte Hainer hinzu. Das Ordervolumen lag Ende März währungsbereinigt um drei Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist. Fließen Wechselkurseffekte - insbesondere durch die Dollar-Schwäche im Vergleich zum Euro - mit ein, ergibt sich allerdings ein Rückgang in gleicher Höhe. Ursprünglich hatte Adidas die Trendwende beim Auftragsbestand erst für das dritte Quartal erwartet.

Mit neuen Produkten, höheren Preisen und einheitlicher Vermarktung will Hainer Reebok besser positionieren. Nach wie vor gebe es aber noch viel zu tun, räumte er ein. Mit dem Zukauf wollte Adidas vor allem in den USA Boden gut machen und zu Branchenprimus Nike aufschließen. Die dortigen Einzelhändler hielten sich aber wegen Unsicherheit über die Ausrichtung von Reebok lange mit Bestellungen zurück.

Werbekampagne belastet Quartalsergebnis

Trotz fehlender Großereignisse - im Vorjahr hatte Adidas noch deutlich von der Fußball-Weltmeisterschaft profitiert - steigerten die Herzogenauracher ihren Umsatz im ersten Quartal 2007 auf 2,54 Mrd. Euro, währungsbereinigt ein Plus von neun, unbereinigt von drei Prozent. Wie von Adidas bereits angekündigt, belastete eine neue Werbekampagne die Erträge. Das Betriebsergebnis ging um acht Prozent auf 229 Mio. Euro zurück, der Nettogewinn um elf Prozent auf 128 Mio. Euro.

"Die Lage sieht gesund aus", kommentierte ein Analyst. Auftragsbestand und Umsatz seien eine große Überraschung gewesen, sagte ein anderer. Mit den Quartalszahlen beruhigte der Konzern auch einige Anleger, die nach der Prognosesenkung des Konkurrenten Puma bei Adidas ähnliches befürchtet hatten. Überraschend hatte Puma-Chef Jochen Zeitz am Montag erstmals in seiner 14-jährigen Amtszeit Gewinn- und Umsatzprognosen nach unten korrigiert -unter anderem wegen des schwachen US-Geschäfts.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Adidas seine Geschäftserwartungen. Demnach sollen der Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich und der Nettogewinn um 15 Prozent zulegen. Dank Fußball-WM und Reebok-Übernahme hatte der Konzern im vergangenen Jahr erstmals die Umsatzschwelle von zehn Mrd. Euro erreicht.