ProSieben gibt den AnstoßÄnderungen am Kartellrecht?
In der Bundesregierung wird im Zusammenhang mit dem Übernahmepoker um den größten deutschen TV-Konzern ProSiebenSat.1 über Änderungen am Kartellrecht nachgedacht.
In der Bundesregierung wird im Zusammenhang mit dem Übernahmepoker um den größten deutschen TV-Konzern ProSiebenSat.1 über Änderungen am Kartellrecht nachgedacht. "Es muss eine Diskussion darüber geführt werden, ob es immer sinnvoll ist, dass für deutsche Anbieter Obergrenzen bei Beteiligungen gelten, die es für neue ausländische Investoren so nicht gibt", sagte der Staatsminister für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt, dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".
Wegen dieser unbefriedigenden Situation müsse überlegt werden, "ob es beim deutschen Medienkonzentrationsrecht und beim Kartellrecht Überprüfungsbedarf gibt".
Das Bieterrennen um ProSiebenSat.1 geht derzeit in die heiße Phase. Für die Senderfamilie, die mehrheitlich im Besitz einer Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban ist, sind Branchenkreisen zufolge mehrere Gebote abgegeben worden, die nun gesichtet werden.
Zu den Interessenten werden unter anderem die Finanzinvestoren KKR und Permira gezählt, denen bereits der europäische TV-Konzern SBS gehört - außerdem Apax und Goldman Sachs sowie weitere Interessenten. Auch der größte italienische Medienkonzern Mediaset von Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi gehörte zu den Bewerbern, wurde aber von der Liste der Bieter ausgeschlossen. Die Möglichkeit, dass der umstrittene Medienmogul Berlusconi über ProSiebenSat.1 den deutschen Markt betreten könnte, hatte heftige Diskussionen ausgelöst.
Die Investoren um Saban hatten die Sendergruppe günstig nach der Insolvenz der KirchGruppe erworben. Ein Verkauf an die Axel Springer AG war danach an Kartellproblemen gescheitert.