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Montag, 06. Februar 2006

Große Ermessensspielräume: Bilanzpolizei kritisiert IFRS

Die neue Bilanzpolizei DPR sieht ihre Kontrollarbeit durch die großen Ermessensspielräume in den gebräuchlichen internationalen Bilanzierungsstandards erschwert.

Der "faire Wert" (Fair Value) bei Bewertungen nach dem International Financial Reporting Standard (IFRS) lehne sich häufig nicht an einen Marktwert an, bemängelte der Präsident der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR), Eberhard Scheffler, am Montag in Berlin bei der Vorstellung eines ersten Arbeitsberichts. Daraus ergebe sich die Gefahr ausufernder Ermessensspielräume, kritisierte Scheffler.

Auch gebe es großen Spielraum beim Begriff der Herstellungskosten: "Die Standards sind sehr uneinheitlich formuliert." Auch bei den Pensionsrückstellungen sieht die DPR wie beim Vorgänger-Standard IAS (International Accounting Standard) Probleme.

Die DPR arbeitet seit Juli 2005 und überprüft in Stichproben die Bilanzen von kapitalmarktorientierten Unternehmen. Sie geht dabei Hinweisen auf Bilanzfehler nach und prüft auf Verlangen der Bundesanstalt für die Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Mit der Einrichtung der staatlich anerkannten Überwachungsstelle wollte die Bundesregierung des Anlegerschutz verbessern.

Im vergangenen Jahr hat die als Verein organisierte DPR in 50 Fällen Prüfungen in die Wege geleitet. Dabei hatte sie in zwei Fällen Fehler festgestellt, wovon einer die Starnberger Beteiligungsgesellschaft Arques betrifft. Im anderen Fall ist von der BaFin bisher keine Veröffentlichung angeordnet worden. Im Januar seien weitere neun Prüfungen abgeschlossen, bei denen keine Fehler festgestellt wurden, sagte Scheffler.

Pro Quartal will die DPR künftig etwa 30 bis 40 Bilanzen unter die Lupe nehmen. Damit könnten alle Unternehmen aus dem wichtigsten Börsenindizes Dax, MDax, TecDax und SDax innerhalb von vier bis fünf Jahren geprüft werden.

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