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Terror-BotschaftBin Laden treibt Ölpreis

20.01.2006, 12:46 Uhr

Nach einer neuen Drohung des Terroristenführers Osama bin Laden gegen die USA hat die Angst vor neuen Anschlägen den Ölpreis kräftig in die Höhe getrieben. Leichtes US-Öl zur Auslieferung im März kostete am Freitag über einen Dollar je Barrel mehr als am Vortag.

Nach einer neuen Drohung des Terroristenführers Osama bin Laden gegen die USA hat die Angst vor neuen Anschlägen den Ölpreis kräftig in die Höhe getrieben. Leichtes US-Öl zur Auslieferung im März kostete am Freitag 67,66 US-Dollar, über einen US-Dollar je Barrel (159 Liter) mehr als am Vortag.

Damit näherte sich der Preis weiter dem Rekordwert von 70,85 US-Dollar, den er im Spätsommer 2005 erreichte. Für Rohöl der Nordseesorte Brent mussten mit 65,67 U-Dollar am Freitag 44 Cent mehr als am Tag zuvor bezahlt werden.

Die Drohungen des Anführers des Terrornetzwerks El Kaida habe am Markt heftige Reaktionen ausgelöst, sagte Analyst Victor Shum von der Energieberatungsgesellschaft Purvin and Gertz.

Im Laufe der Woche habe die geopolitische Lage an den Ölmärkten zunehmend an Bedeutung gewonnen, hieß es in einer Analyse der DekaBank. Vor allem die Zuspitzung im Atomstreit mit Iran und Unruhen in den Ölfördergebieten von Nigeria hätten für einen deutlichen Preisschub gesorgt. Auch wenn Analysten Lieferausfälle aus Iran für unwahrscheinlich halten, "so reicht in der aktuell angespannten Situation am Ölmarkt schon allein die Möglichkeit von potenziellen Lieferausfällen aus, um die Preise nach oben zu treiben".

Die wegen des milden Winters gestiegenen Rohöl-Lagerbestände in den USA konnten nach Einschätzung von Experten dem Preisanstieg nicht entgegen wirken. Die Bestände stiegen in der vergangenen Woche um 2,7 Mio. Barrel auf 321,4 Mio. Barrel. Die Vorräte an Benzin erhöhten sich um 2,8 Mio. Barrel auf 211,6 Mio. Barrel. Bei Destillaten (Heizöl, Diesel) wurde ein Anstieg um 0,9 Mio. Barrel auf 134,7 Mio. Barrel verzeichnet.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) war am Donnerstag etwas gefallen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Freitag in Wien kostete ein Barrel am Donnerstag im Durchschnitt 59,26 US-Dollar und damit 16 Cent weniger als am Vortag.