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Yuan-Freiheit nur der AnfangChina hat viel vor

24.07.2005, 15:30 Uhr

Die jüngste Aufwertung der chinesischen Währung Yuan zum Dollar war nach den Worten von Chinas Zentralbankchef Zhou Xiaochuan nur ein erster Schritt. Die Zentralbank werde bei der Reform des Wechselkurssystems schrittweise vorgehen.

Die jüngste Aufwertung der chinesischen Währung Yuan zum Dollar war nach den Worten von Chinas Zentralbankchef Zhou Xiaochuan nur ein erster Schritt. Die Zentralbank werde bei der Reform des Wechselkurssystems schrittweise vorgehen.

"Chinas Kaufkraft ist gewachsen, die Währung ist stärker und hat einen höheren Wert. Die positiven Auswirkungen auf die Wirtschaft werden viel, viel größer sein als die negativen Folgen", versicherte der Notenbankchef.

Am Donnerstag hatte China den Yuan um 2,1 Prozent zum Dollar aufgewertet. Gleichzeitig wurde die jahrzehntelange Kopplung der Landeswährung an den Dollar aufgehoben. Die Stabilität des Yuan soll nun mittels eines Korbes aus verschiedenen Währungen gesteuert werden.

Die Schritte seien nicht auf Grund des Drucks aus dem Ausland beschlossen worden, sagte Zhou. Vielmehr trieben sie das langfristige Wachstum und die wirtschaftliche Stabilität in China voran. Einer staatlichen Zeitung zufolge entschied sich die Regierung in Peking gegen eine kräftigere Yuan-Aufwertung um fünf Prozent - zum Teil weil sie Nachteile durch billigere Importe und eine Deflation befürchtete.

Nur kurze Aufregung an den Börsen

Am Donnerstag hatte die Ankündigung der chinesischen Zentralbank, den Yuan künftig nicht mehr im Takt mit dem Dollar steigen und fallen zu lassen, zunächst für Aufregung an den Börsen gesorgt. Als sich diese legte, bezeichneten viele Analysten den Schritt aber als kurzfristig gesehen zu klein.

Doch langfristig könnte die Entkoppelung durchaus Folgen zeigen. Denn die Dollar-Bindung des Yuan sollte vor allem die Exporte in die USA sichern. Trotz der Talfahrt des Dollars blieben die Produkte "Made in China" bislang günstig, denn der Yuan verlor mit dem Dollar an Wert. Das stieß den US-Politikern bitter auf, die sich für die amerikanischen Produkte stark machen.

Doch auch die überhitzte chinesische Wirtschaft setzte Peking unter Druck. Im zweiten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt um 9,5 Prozent zu, gestützt wurde das Wachstum jedoch vor allem durch ausländische Investitionen. Diesen Teil des Booms könnte Peking jetzt jedoch abschwächen, in dem sie die Investitionen in China verteuert.