Dienstag, 25. März 2008
Analysten überrascht: Chinas Banken im Plus
Die Bank of China hat ihren Gewinn trotz hoher Rückstellungen wegen der US-Hypothekenkrise um rund ein Drittel gesteigert. Im vergangenen Jahr belief sich das Nettoergebnis auf 56,25 Mrd. Yuan (rund 5,1 Mrd. Euro), teilte das Geldhaus mit. Im Vorjahr hatte die Bank ein Nettoergebnis von 42,83 Mrd. Yuan erzielt. Die Markterwartungen für 2008 lagen lediglich bei 53,46 Mrd. Yuan.
Wegen des erheblichen Engagements im kriselnden US-Hypothekenmarkt musste das Institut umgerechnet 836 Mio. Euro an Rückstellungen verbuchen. Zum Ende des Berichtsjahres war die chinesische Bank nach eigenen Angaben mit umgerechnet 3,2 Mrd. Euro über strukturierte Kreditprodukte (ABS) im US-Immobilienmarkt investiert.
Auch die Industrial & Commercial Bank of China (ICBC) kann einen Gewinnsprung verbuchen. Im vergangenen Jahr kletterte der Nettogewinn um 65 Prozent auf 81,52 Mrd. Yuan (11,56 Mrd. US-Dollar), gab die chinesische Großbank bekannt. Dabei profitierte ICBC von gestiegenen Zinsspannen und Gebührenerträgen. Die ICBC gilt gemessen am Marktpreis als weltgrößte Bank. Das Ergebnis übertraf auch hier die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit einem Nettogewinn von 80,49 Mrd. Yuan gerechnet hatten.
Das Volumen ihrer auf zweitklassigen US-Hypotheken basierenden Wertpapierbestände per Ende Dezember bezifferte die ICBC auf einen Nominalwert von umgerechnet 1,23 Mrd. US-Dollar. Die Abschreibungen für Wertminderungen hätten sich auf insgesamt 400 Mio. US-Dollar summiert. Im laufenden Jahr dürften den chinesischen Banken nach den Rekordergebnissen von 2007 härtere Zeiten bevorstehen, weil die Regierung die Kreditvergabe erschweren und andere Schritte einleiten will, um die Inflation einzudämmen.

