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Mittwoch, 22. April 2009

"Wir sind keine Schafe": Conti-Arbeiter randalieren

Die Proteste der von Betriebsschließungen bedrohten Angestellten in Frankreich verschärfen sich weiter. Bis zu 500 Beschäftigte des Automobilzulieferer Continental hätten das Gebäude der Regionalverwaltung in Compigne nördlich von Paris gestürmt und Büros verwüstet, berichtete die Zeitung "Le Parisien" am Mittwoch.

Anschließend machten sie sich über den Begrüßungspavillon des Conti-Werks in Clairoix her. Auslöser war eine Gerichtsentscheidung am Vortag, nach der Conti das Werk mit 1120 Arbeitsplätzen schließen darf. Die Gewerkschaften hatten versucht, das zu verhindern und darauf verwiesen, dass Conti sich nicht an frühere Absprachen gehalten habe.

Am Mittwochabend wollen etwa 1000 französische Conti-Beschäftigte nach Hannover reisen, um dort während der Hauptversammlung gemeinsam mit deutschen Beschäftigten gegen die geplanten Schließungen zu protestieren. "Continental stürzt unsere Familien ins Elend. Wir sind jetzt keine Schafe mehr, sondern Löwen", warnte Gewerkschafter Xavier Mathieu.

Geiselnahme in Molex

Unterdessen endete am Dienstagabend die siebte Geiselnahme von Führungskräften. Zwei Manager des Autozulieferers Molex im südfranzösischen Villemur-sur-Tarn waren 25 Stunden lang von Beschäftigten festgehalten worden. Sie kamen unter der Auflage frei, umgehend Verhandlungen aufzunehmen. Die Gewerkschafter fordern unter anderem höhere Abfindungen von der US-amerikanischen Leitung des Unternehmens. Das Molex-Werk in der Nähe von Toulouse soll im Sommer geschlossen werden, weil es unrentabel ist. Die rund 300 Mitarbeiter zweifeln dies an.

In den vergangenen Wochen waren in Frankreich bereits Topmanager von Firmen wie Sony, Caterpillar, Scapa und 3M von aufgebrachten Arbeitnehmern über Nacht festgehalten worden. Alle sagten nach den Geiselnahmen höhere Abfindungen zu.

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