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Weiter BilanzproblemeDell verschiebt wieder Zahlen

15.12.2006, 08:25 Uhr

Der US-Computerkonzern Dell kämpft weiter mit Bilanzproblemen. Das Unternehmen musste erneut die Vorlage eines Quartalsberichts verschieben.

Der US-Computerkonzern Dell kämpft weiter mit Bilanzproblemen. Das Unternehmen musste erneut die Vorlage eines Quartalsberichts verschieben. Die endgültigen Zahlen für das am 3. November beendete dritte Geschäftsquartal könnten erst später geliefert werden, teilte Dell der US-Börsenaufsicht SEC mit. Der Grund seien Fragen, die während einer Untersuchung früherer Bilanzen durch die SEC aufgekommen seien. Einen neuen Termin gab es nicht.

Dell hatte in diesem Jahr bereits die Bilanzvorlage für das zweite Geschäftsquartal verschieben müssen. Auch die vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal kamen im November fast eine Woche später als geplant. Nicht im Zusammenhang mit den Untersuchungen, hieß es damals, sondern wegen ihrer "hohen Komplexität ".

Mit den vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal hatte Dell die Börse noch positiv überrascht. Der Gewinn betrug demnach 677 Mio. Dollar und der Umsatz 14,4 Mrd. Euro. Im Vergleich zu den Zahlen des Vorjahres würde dies einen Gewinnanstieg von 11,7 Prozent und ein Umsatzwachstum von 7,5 Prozent bedeuten. Das Unternehmen selbst nannte dabei allerdings keine Vergleichszahlen für das vergangene Jahr, weil sie sich im Zuge der Untersuchungen noch ändern könnten. Nach früheren Angaben werden die Finanzabschlüsse ab dem Jahr 2002 überprüft.

Dell hat auch mit einer immer härteren Konkurrenz zu kämpfen. So holte sich Hewlett-Packard in diesem Jahr wieder den Titel des weltgrößten PC-Herstellers von Dell zurück.

Zukauf in China erwogen

Laut einer chinesischen Zeitung erwägt Dell den Kauf der Computer-Produktion vom zweitgrößten chinesischen Computerkonzern Founder Group. Dell-Chef Kevin Rollins habe Interesse, die Sparte für 400 Millionen Dollar zu kaufen, berichtete die "National Business Daily" aus Schanghai am Freitag unter Bezug auf nicht näher benannte Branchenkreise. Rollins habe die Werke im Mai besucht. Auch weitere chinesische Zeitungen berichteten von dem Plan. Ein Dell-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab, bei Founder war zunächst niemand zu erreichen.

Der einstige Börsenliebling Dell kämpft seit geraumer Zeit mit einem langsamen Wachstum. Zuletzt verlor Dell seine Position als PC-Branchenführer an den Rivalen Hewlett-Packard. Im dritten Quartal verzeichnete das Unternehmen nach vorläufigen Zahlen allerdings eine steigende Nachfrage.