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Sonntag, 14. August 2005

Hohe Kerosinpreise: Delta Air bereitet Insolvenz vor

Die rasant steigenden Ölpreise könnten die drittgrößte amerikanische Fluggesellschaft Delta Air Lines Medienberichten zufolge bald in ein Insolvenzverfahren zwingen. Das Unternehmen habe bereits begonnen, die Finanzierung für ein Gläubigerschutz-Verfahren nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts zu organisieren, berichteten die "New York Times" und die Wirtschaftsagentur Bloomberg am Wochenende unter Berufung auf mit der Entwicklung vertraute Personen. Es sei aber noch nichts entschieden.

Auslöser für das Vorgehen seien vor allem die drastisch gestiegenen Kerosinpreise. Im vergangenen Oktober hatte Delta ein Gläubigerschutz-Verfahren dank hoher Einkommens-Zugeständnisse des Personals abwenden können. Die steigenden Treibstoffpreise hätten jedoch das bisherige Sparprogramm mit Kostensenkungen von fünf Mrd. Dollar bis 2006 überholt. Nach Berechnungen der Airline koste sie jeder Anstieg der Kerosin-Preise um einen US-Cent je Gallon (3,8 Liter) 25 Mio. US-Dollar, berichtete die "New York Times". Der Anstieg der Preise um 35 Cent seit Januar mache damit zusätzliche Einsparungen von rund 875 Mio. US-Dollar notwendig.

Außerdem laufe Ende August der Vertrag mit dem Abwickler der Zahlungen per Visa- und Mastercard aus, schrieb die Zeitung. Für den Abschluss eines neuen Vertrages müsse Delta erhebliche Mittel zurückstellen. Ohne ein solches Abkommen könnte die Fluggesellschaft keine Zahlungen mit den Kreditkarten entgegennehmen.

Delta hatte die Veröffentlichung der Ergebnisse des zweiten Quartals um fünf Tage auf Montag verschoben. Die Airline hat schon seit längerem schwer zu kämpfen. Ihr Chef Gerald Grinstein betonte aber wiederholt, Gläubigerschutz vermeiden zu wollen. Delta erwägt dem Bericht zufolge auch den Verkauf von zwei kleineren Fluglinien und weitere Einsparungen beim Personal. Die Beschäftigten hatten bereits auf Einkommen von 1,4 Mrd. Dollar im Jahr verzichtet.

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