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Freitag, 22. Juni 2007

Stromanbieter-Wechsel: Deutsche wissen zu wenig

Die Verbraucher wissen nach Ansicht des Präsidenten der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, zu wenig über die Möglichkeiten, den Stromanbieter zu wechseln. "Die Wechselquoten sind sehr bescheiden", sagte Kurth der Deutschen Presse-Agentur dpa in Dortmund. Grund sei oftmals eine irrationale Angst, nach dem Wechsel etwa bei einer Insolvenz des neuen Lieferanten keinen Strom mehr zu bekommen. "Diese Angst ist unbegründet, da die Unternehmen in jedem Fall eine Versorgungspflicht haben", so Kurth. Nach Angaben des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft haben seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 rund 6 Prozent der Haushaltskunden den Anbieter gewechselt.

Für eine Förderung des Wettbewerbs im Strommarkt sieht Kurth auch die Stromversorger in der Pflicht. "Sie müssen bei den Kunden durch Informationen und Angebote für einen Wechsel werben", sagte er. Für mehr Wettbewerb sei außerdem eine Verbreiterung des Stromangebots nötig. Um den Neubau von Kraftwerken zu erleichtern, seien bereits die Kraftswerksanschluss-Bedingungen geändert worden. In diesem Zusammenhang begrüßte er die Pläne etwa von Stadtwerken, die eigene Kraftwerke bauen wollten, um von den vier großen Stromproduzenten in Deutschland unabhängiger zu werden. Derzeit seien bundesweit 40 neue Kraftwerksprojekte angemeldet.

Kurth äußerte sich kritisch zu den für den 1. Juli angekündigten Strompreiserhöhungen zahlreicher Versorger. "Wir haben unsere Zweifel, dass Kostensteigerungen bei den Anbietern dafür verantwortlich sind." So werde oft der gestiegene Preise an der Strombörse als Grund angegeben. "Wer ein abgeschriebenes Kohle- oder Kernkraftwerk betreibt, ist als Stromerzeuger aber gar nicht abhängig von den Börsenpreisen." Es sei daher "völlig verkürzt", bei Preissteigerungen nur auf die so genannten Spotmarktpreise zu verweisen. Nötig sei bei langfristigen Investitionen in Kraftwerke vielmehr die Weitergabe von Preisvorteilen an die Kunden.

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